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Hermann von Ritgen

21. August 1895, Wetzlar
31. Januar 1956, Gefangenenlager Vladimir (UdSSR)

Hermann von Ritgen studiert Staats- und Rechts­wissen­schaften und ist als Schrift­steller und Jour­nalist tätig. Bereits in den 1920er Jahren sympathi­siert er mit dem Natio­nal­sozia­lismus, tritt jedoch erst 1933 in die NSDAP ein. Ab 1933 arbeitet er für die Nach­richten­agentur „Deutsches Nach­richten­büro” (DNB) und wird 1934 Korrespondent in Schweden und dann in Wien. Ab 1936 ist er für das „Reichs­minis­terium für Volks­auf­klärung und Propa­ganda” tätig und wird Presse­beirat an der Deut­schen Gesandt­schaft in Bukarest.

Im März 1939 wird Hermann von Ritgen an die Gesandt­schaft in Kairo ver­setzt. Nach­dem im Herbst 1939 die Gestapo gegen ihn ermittelt, wird sein Ver­trag nicht ver­län­gert. Am 1. Dezem­ber 1939 tritt er jedoch in den Dienst des Aus­wär­tigen Amtes und geht als wissen­schaft­licher Hilfs­arbeiter erneut an die Deutsche Gesandt­schaft in Bukarest. Er pflegt enge Kontakte zu rumäni­schen Regierungs­kreisen, insbeson­dere zu Außen­minister Mihai Antonescu. 

Am 13. Juni 1944 wird Hermann von Ritgen, dem „Landes­verrat” und „Begüns­tigung” von Jüdin­nen und Juden vorge­worfen wird, in Bukarest vom deutschen Polizei­attaché festge­nommen, nach Berlin gebracht und in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 einge­liefert. Obwohl die Ermitt­lungen gegen ihn ergeb­nislos ver­laufen, bleibt er in Haft und wird Anfang Februar 1945 in das KZ Sach­sen­hausen ver­legt. Während eines Evakuierungs­mar­sches der KZ-Häft­linge kann er ent­kommen. 

Ende 1945 wird er von der sowje­tischen Geheim­poli­zei in die Sowjet­union ver­schleppt und im Lager Vladimir bei Moskau inhaf­tiert, wo er am 31. Januar 1956 stirbt.

Hermann von Ritgen hat mit dem 20. Juli direkt nichts zu tun. Er wird aber weiter in Haft bleiben, da er sich im Gefängnis sehr schlecht aufge­führt und versucht hat, durch Kassiber Verbin­dung zu Mitge­fangenen aufzunehmen.

Der stellvertretende Leiter der „Sonderkommission 20. Juli 1944” in einer Mitteilung an das Auswärtige Amt über den inhaftierten Hermann von Ritgen vom 24. August 1944

Quelle: Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, R 100740

Portrait: Hermann von RitgenHermann von Ritgen