Friedrich Richter
9. März 1946, Dresden
Friedrich Richter wird nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Nationalökonomie Verwaltungsbeamter in Sachsen. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg wird er 1917 Regierungsrat im Lebensmittelamt des Ministeriums des Innern und nach weiteren Stationen 1929 parteilos Sächsischer Staatsminister des Innern sowie Minister für Arbeit und Volkswohlfahrt.
Im März 1933 wird er zum Rücktritt gezwungen und als „Minister der Systemzeit” diffamiert. Er ist mit Carl Goerdeler befreundet, der ihn im Oktober 1943 bittet, im Falle eines Umsturzversuches das Amt des Politischen Beauftragten im Wehrkreis IV (Dresden) zu übernehmen. Richter lehnt dies aus gesundheitlichen Gründen zwar ab, wird jedoch am 8. September 1944 in Dresden festgenommen und am 14. September in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert.
Am 18. November 1944 wird Friedrich Richter vom Oberreichsanwalt beim „Volksgerichtshof” wegen der Nichtanzeige Goerdelers der „Beihilfe zum Hoch- und Landesverrat” angeklagt und am 19. Januar 1945 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 19. März 1945 wird er ins Zuchthaus Brandenburg-Görden überstellt und dort am 27. April schwer krank befreit.
Friedrich Richter kehrt nach Dresden zurück und stirbt am 9. März 1946 noch von der Haft geschwächt an einer Lungenentzündung.



























