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Friedrich Richter

29. Juli 1878, Dresden
9. März 1946, Dresden

Friedrich Richter wird nach dem Studium der Rechts­wissen­schaften und National­öko­nomie Ver­waltungs­beamter in Sachsen. Nach der Teil­nahme am Ers­ten Welt­krieg wird er 1917 Regie­rungs­rat im Lebens­mittel­amt des Minis­teriums des Innern und nach weiteren Stationen 1929 partei­los Säch­sischer Staats­minis­ter des Innern sowie Minister für Arbeit und Volks­wohl­fahrt. 

Im März 1933 wird er zum Rücktritt gezwungen und als „Minister der Systemzeit” diffamiert. Er ist mit Carl Goerdeler be­freun­det, der ihn im Okto­ber 1943 bittet, im Falle eines Um­sturz­versu­ches das Amt des Politischen Beauf­tragten im Wehr­kreis IV (Dresden) zu über­nehmen. Rich­ter lehnt dies aus gesund­heit­lichen Grün­den zwar ab, wird jedoch am 8. Septem­ber 1944 in Dresden fest­genom­men und am 14. Septem­ber in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 einge­liefert. 

Am 18. November 1944 wird Friedrich Richter vom Ober­reichs­anwalt beim „Volks­gerichts­hof” wegen der Nicht­anzeige Goerdelers der „Bei­hilfe zum Hoch- und Landes­verrat” ange­klagt und am 19. Januar 1945 zu drei Jahren Zucht­haus verur­teilt. Am 19. März 1945 wird er ins Zucht­haus Bran­denburg-Gör­den über­stellt und dort am 27. April schwer krank befreit. 

Friedrich Richter kehrt nach Dresden zurück und stirbt am 9. März 1946 noch von der Haft geschwächt an einer Lungen­entzün­dung. 

Portrait: Friedrich RichterFriedrich Richter, um 1932