Franz Reuter
2. März 1967, Frankfurt am Main
Franz Reuter arbeitet nach einem Studium der Geschichte und Philosophie seit 1923 in der Handelsredaktion der „Kölnischen Zeitung”. Ab 1929 betätigt er sich als Verleger und gibt eigene wirtschaftspolitische Korrespondenzen heraus.
Auf Vermittlung von Hjalmar Schacht übernimmt er 1933 gemeinsam mit Otto Meynen die Wirtschafts- und Finanzzeitung „Der Deutsche Volkswirt”. Reuter verfügt über enge Kontakte zu Carl Goerdeler, Ulrich von Hassell, Erwin Planck und Johannes Popitz. Ab September 1939 wird er in das Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt des Oberkommandos der Wehrmacht eingezogen, wo er unter General Georg Thomas arbeitet. Er unterstützt die Umsturzbestrebungen intensiv und vermittelt zwischen Thomas und dem Kreis der zivilen Verschwörer.
Franz Reuter, der im August 1943 seine zweite Frau Eleonore geheiratet hat, wird am 17. September 1944 von der Gestapo festgenommen, in die Prinz-Albrecht-Straße 8 gebracht und von hier in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 überstellt. Franz Reuter wird mehrfach verhört, ihm kann aber keine Beteiligung am Umsturzversuch nachgewiesen werden. Trotzdem wird er nicht aus der Haft entlassen, sondern am 2. Dezember in das KZ Sachsenhausen überstellt. Im April 1945 wird er auf dem Todesmarsch nach Schwerin von amerikanischen Soldaten befreit.
1949 erscheint die erste Nachkriegsausgabe des neuen „Volkswirt”. Zudem wird Franz Reuter, der seit 1950 der FDP angehört, von der Alliierten Hohen Kommission zu einem der drei Liquidatoren des I.G. Farben-Konzerns ernannt.





