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Franz Reuter

3. Juni 1897, Aachen
2. März 1967, Frankfurt am Main

Franz Reuter arbeitet nach einem Studium der Geschich­te und Philo­sophie seit 1923 in der Handels­redak­tion der „Kölnischen Zeitung”. Ab 1929 betätigt er sich als Ver­leger und gibt eigene wirt­schafts­poli­tische Korres­pon­denzen heraus. 

Auf Vermitt­lung von Hjalmar Schacht über­nimmt er 1933 gemein­sam mit Otto Meynen die Wirt­schafts- und Finanz­zei­tung „Der Deutsche Volkswirt”. Reuter verfügt über enge Kontakte zu Carl Goerdeler, Ulrich von Hassell, Erwin Planck und Johannes Popitz. Ab September 1939 wird er in das Wehr­wirt­schafts- und Rüs­tungs­amt des Ober­komman­dos der Wehr­macht ein­ge­zogen, wo er unter General Georg Thomas arbeitet. Er unter­stützt die Umsturz­bestre­bungen intensiv und ver­mittelt zwischen Thomas und dem Kreis der zivilen Ver­schwö­rer. 

Franz Reuter, der im August 1943 seine zweite Frau Eleonore gehei­ratet hat, wird am 17. September 1944 von der Gestapo fest­genom­men, in die Prinz-Albrecht-Straße 8 gebracht und von hier in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 über­stellt. Franz Reuter wird mehr­fach ver­hört, ihm kann aber keine Betei­ligung am Um­sturz­ver­such nach­gewiesen werden. Trotz­dem wird er nicht aus der Haft ent­lassen, sondern am 2. Dezember in das KZ Sachsen­hausen über­stellt. Im April 1945 wird er auf dem Todes­marsch nach Schwerin von ameri­kanischen Soldaten befreit. 

1949 erscheint die erste Nach­kriegs­aus­gabe des neuen „Volks­wirt”. Zudem wird Franz Reuter, der seit 1950 der FDP angehört, von der Alliier­ten Hohen Kommission zu einem der drei Liquida­toren des I.G. Farben-Kon­zerns ernannt.

Portrait: Franz ReuterFranz Reuter, um 1942