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Franz Reisert

28. Juni 1889, Augsburg
4. Juni 1965, Augsburg

Franz Reisert leitet nach seiner Promo­tion gemein­sam mit seinem Bruder in Augs­burg eine Rechts­anwalts­kanzlei. Vor der nationalsozialistischen Macht­über­nahme enga­giert er sich poli­tisch in der national­liberalen Deut­schen Volks­partei (DVP). Er ist verhei­ratet mit Meta Jose­phine Stalf, mit der er drei Kinder hat. Als vor dem „Volks­gerichts­hof” zuge­lassener Ver­tei­diger ver­tritt er viele oppo­sitio­nell ein­gestellte Menschen vor den national­sozialis­tischen Sonder­gerich­ten. Um Regime­geg­nerinnen und -gegnern weiter­hin juristisch bei­stehen zu können, tritt er 1938 in die NSDAP ein.

Bereits seit 1933 sammelt der dem Katho­lizismus stark verbundene Reisert gegen das Regime eingestellte Freunde und Bekann­te um sich. 1942 nimmt die Gruppe, die sich in­zwischen auch mit dem Münchener Kreis um Franz Sperr verbun­den hat, Kon­takt mit dem Krei­sauer Kreis auf.

Nach dem geschei­terten Um­sturz­ver­such wird Franz Reisert am 5. Septem­ber 1944 in Augs­burg von der Gestapo fest­genom­men und nach Berlin in das Zellen­gefäng­nis Lehr­ter Straße 3 über­stellt. Er wird am 27. Septem­ber nach Tegel ver­legt und am 7. Okto­ber wieder in die Lehrter Straße zurück­gebracht. 

Mitte Ja­nuar 1945 wird Franz Reisert vom „Volks­ge­richts­hof” zu fünf Jahren Zucht­haus verur­teilt und am 22. Ja­nuar 1945 in das bayerische Zucht­haus Kais­heim über­führt. Dort wird er am 1. Mai 1945 von US-ameri­kani­schen Trup­pen befreit.

Portrait: Franz ReisertFranz Reisert, um 1945