Franz Reisert
4. Juni 1965, Augsburg
Franz Reisert leitet nach seiner Promotion gemeinsam mit seinem Bruder in Augsburg eine Rechtsanwaltskanzlei. Vor der nationalsozialistischen Machtübernahme engagiert er sich politisch in der nationalliberalen Deutschen Volkspartei (DVP). Er ist verheiratet mit Meta Josephine Stalf, mit der er drei Kinder hat. Als vor dem „Volksgerichtshof” zugelassener Verteidiger vertritt er viele oppositionell eingestellte Menschen vor den nationalsozialistischen Sondergerichten. Um Regimegegnerinnen und -gegnern weiterhin juristisch beistehen zu können, tritt er 1938 in die NSDAP ein.
Bereits seit 1933 sammelt der dem Katholizismus stark verbundene Reisert gegen das Regime eingestellte Freunde und Bekannte um sich. 1942 nimmt die Gruppe, die sich inzwischen auch mit dem Münchener Kreis um Franz Sperr verbunden hat, Kontakt mit dem Kreisauer Kreis auf.
Nach dem gescheiterten Umsturzversuch wird Franz Reisert am 5. September 1944 in Augsburg von der Gestapo festgenommen und nach Berlin in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 überstellt. Er wird am 27. September nach Tegel verlegt und am 7. Oktober wieder in die Lehrter Straße zurückgebracht.
Mitte Januar 1945 wird Franz Reisert vom „Volksgerichtshof” zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt und am 22. Januar 1945 in das bayerische Zuchthaus Kaisheim überführt. Dort wird er am 1. Mai 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit.
























