Adolf Reichwein
20. Oktober 1944, Berlin-Plötzensee
Aus politischen Gründen muss Adolf Reichwein, der 1930 in die SPD eintritt, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten seine Professur in Halle aufgeben. In den folgenden Jahren arbeitet er als Landschullehrer in Tiefensee bei Berlin, später als Museumspädagoge am Staatlichen Museum für Deutsche Volkskunde in Berlin. Dort findet er Möglichkeiten, seine pädagogischen Überzeugungen und Konzepte der Reformpädagogik umzusetzen.
Seit 1940 steht Reichwein in Kontakt mit Widerstandskreisen um Wilhelm Leuschner und Julius Leber und gehört dem Kreisauer Kreis an. Im Sommer 1944 nimmt er auch Verbindung zur militärischen Opposition auf. Am 22. Juni 1944 trifft er sich gemeinsam mit Julius Leber mit den kommunistischen Widerstandskämpfern Anton Saefkow und Franz Jacob. Ziel des Treffens ist es, Unterstützung für die Zeit nach dem Ende des nationalsozialistischen Regimes zu gewinnen. An diesem Treffen nimmt auch ein Spitzel der Gestapo teil.
Die Gestapo nimmt Adolf Reichwein am 4. Juli 1944 auf dem Weg zu einem weiteren Treffen mit Julius Leber und Anton Saefkow fest. Im September 1944 wird er vom Zuchthaus Brandenburg-Görden in das Zellengefängnis in der Lehrter Straße 3 verlegt. Während der Haft wird er schwer gefoltert und muss gefesselt schlafen.
Adolf Reichwein wird am 14. Oktober 1944 erneut verlegt, dieses Mal in das „Hausgefängnis” der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße. Am 20. Oktober 1944 verurteilt ihn der „Volksgerichtshof” zum Tode. Am selben Tag wird er im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.





