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Adolf Reichwein

3. Oktober 1898, Bad Ems
20. Oktober 1944, Berlin-Plötzensee

Aus politischen Gründen muss Adolf Reichwein, der 1930 in die SPD eintritt, nach der Macht­übernahme der Nationalsozialisten seine Professur in Halle aufgeben. In den folgenden Jahren arbeitet er als Land­schul­lehrer in Tiefen­see bei Berlin, später als Museums­pädagoge am Staatlichen Museum für Deutsche Volks­kunde in Berlin. Dort findet er Möglich­keiten, seine päda­gogischen Über­zeugungen und Kon­zepte der Reform­pädagogik umzusetzen.

Seit 1940 steht Reich­wein in Kontakt mit Wider­stands­kreisen um Wilhelm Leuschner und Julius Leber und gehört dem Kreisauer Kreis an. Im Sommer 1944 nimmt er auch Ver­bindung zur mili­tärischen Op­position auf. Am 22. Juni 1944 trifft er sich gemein­sam mit Julius Leber mit den kom­munistischen Wider­stands­kämpfern Anton Saefkow und Franz Jacob. Ziel des Treffens ist es, Unter­stützung für die Zeit nach dem Ende des national­sozialis­tischen Regimes zu gewinnen. An diesem Treffen nimmt auch ein Spitzel der Gestapo teil. 

Die Gestapo nimmt Adolf Reichwein am 4. Juli 1944 auf dem Weg zu einem weiteren Treffen mit Julius Leber und Anton Saefkow fest. Im Septem­ber 1944 wird er vom Zucht­haus Brandenburg-Görden in das Zellen­gefäng­nis in der Lehrter Straße 3 verlegt. Während der Haft wird er schwer gefol­tert und muss gefesselt schlafen. 

Adolf Reichwein wird am 14. Oktober 1944 erneut verlegt, dieses Mal in das „Haus­gefängnis” der Gestapo in der Prinz-Al­brecht-Straße. Am 20. Oktober 1944 verurteilt ihn der „Volks­gerichts­hof” zum Tode. Am selben Tag wird er im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermor­det.

Portrait: Adolf ReichweinAdolf Reichwein