Friedrich von Rabenau
15. April 1945, KZ Flossenbürg
Der Berufsoffizier Friedrich von Rabenau wird 1936 von Generaloberst Ludwig Beck, dem Chef des Generalstabes, mit dem Aufbau und der Leitung der Heeresarchive beauftragt und wendet sich konsequent gegen jede Form ideologischer Verfälschung. Auf Grund seines christlichen Glaubens gehört Rabenau zu den überzeugten Gegnern des nationalsozialistischen Regimes. Er ist mit Eva Kautz verheiratet, mit der er zwei Töchter hat.
Rabenau gilt als wichtiger Verbindungsmann der Widerstandsgruppen um Ludwig Beck und Carl Goerdeler. Mitte 1942 wird er seines Amtes als Chef der Heeresarchive enthoben und verabschiedet. Im Ruhestand studiert er evangelische Theologie und erwirbt im November 1943 den Licentiatus theologiae.
Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wird General Friedrich von Rabenau am 25. Juli festgenommen und im Konzentrationslager Ravensbrück sowie im „Hausgefängnis” der Gestapo in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße inhaftiert, bis er am 11. August in das Zellengefängnis in der Lehrter Straße verlegt wird. Bis Mitte Januar in Einzelhaft, ermöglicht eine Lockerung der Haftbedingungen ab November Besuche seiner Ehefrau.
Weitere Haftstationen sind ab dem 13. Januar 1945 das KZ Sachsenhausen, das KZ Buchenwald und die Gerichtsgefängnisse in Regensburg und Schönberg, bevor Friedrich von Rabenau am 15. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg ermordet wird. Für seine Ermordung ist Kriminalrat Kurt Stawizki verantwortlich, der auch die Mordaktionen Ende April 1945 in der Lehrter Straße leitet.
Mir wird immer klarer, daß wir hier ohne Vernehmung und ohne Verhandlung einfach festgehalten werden. Also lebendig begraben. Vielleicht bis Kriegsende, vielleicht für immer. Ich selbst muß mich damit abfinden und werde bei aller innerer Trauer Haltung und Würde bewahren ... .
Eintrag von Friedrich von Rabenau in seinem Gefängnistagebuch vom 21. Oktober 1944
Quelle: Privatbesitz


