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Friedrich von Rabenau

10. Oktober 1884, Berlin
15. April 1945, KZ Flossenbürg

Der Berufs­offizier Friedrich von Rabenau wird 1936 von General­oberst Ludwig Beck, dem Chef des General­stabes, mit dem Aufbau und der Leitung der Heeresar­chive beauf­tragt und wendet sich konse­quent gegen jede Form ideolo­gischer Verfäl­schung. Auf Grund seines christ­lichen Glaubens gehört Rabenau zu den über­zeug­ten Gegnern des natio­nal­sozia­lis­tischen Regimes. Er ist mit Eva Kautz verhei­ratet, mit der er zwei Töchter hat. 

Rabenau gilt als wichtiger Verbin­dungs­mann der Wider­stands­gruppen um Ludwig Beck und Carl Goerdeler. Mitte 1942 wird er seines Amtes als Chef der Heeres­archive enthoben und verab­schiedet. Im Ruhe­stand studiert er evan­gelische Theo­logie und erwirbt im Novem­ber 1943 den Licen­tiatus theologiae. 

Nach dem geschei­terten Atten­tat vom 20. Juli 1944 wird General Friedrich von Rabenau am 25. Juli festge­nommen und im Kon­zen­trations­lager Ravens­brück sowie im „Haus­ge­fängnis” der Gestapo in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße inhaftiert, bis er am 11. August in das Zellen­gefängnis in der Lehrter Straße verlegt wird. Bis Mitte Januar in Einzelhaft, ermöglicht eine Lockerung der Haft­be­dingungen ab Novem­ber Besuche seiner Ehefrau. 

Weitere Haft­stationen sind ab dem 13. Januar 1945 das KZ Sachsen­hausen, das KZ Buchen­wald und die Gerichtsge­fängnisse in Regens­burg und Schön­berg, bevor Friedrich von Rabenau am 15. April 1945 im Konzen­trations­lager Flossen­bürg ermordet wird. Für seine Ermord­ung ist Kriminal­rat Kurt Stawizki verant­wort­lich, der auch die Mord­aktionen Ende April 1945 in der Lehrter Straße leitet. 

Mir wird immer klarer, daß wir hier ohne Verneh­mung und ohne Verhand­lung einfach festge­halten werden. Also lebendig begraben. Vielleicht bis Kriegs­ende, vielleicht für immer. Ich selbst muß mich damit abfinden und werde bei aller innerer Trauer Haltung und Würde bewahren ... .

Eintrag von Friedrich von Rabenau in seinem Gefängnistagebuch vom 21. Oktober 1944

Quelle: Privatbesitz

Portrait: Friedrich von RabenauFriedrich von Rabenau, 1937