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Jesco von Puttkamer

25. Oktober 1902, Nippoglense (Niepoględzie)
6. September 1947, Berlin

Der Land­wirt Jesco von Puttkamer steht ab Sommer 1939 in Ver­bin­dung mit dem früheren Ober­bürger­meister von Leipzig Carl Goerdeler. Er stimmt mit ihm überein, dass nur ein recht­zeitiger Sturz Hitlers und des NS-Regimes Deutsch­land vor einer totalen Nieder­lage bewahren könne und maß­geben­de mili­tä­rische Kreise zum Handeln bewegt werden müssten. Bis zur Jahres­wende 1942/43 ist Putt­kamer an mehreren Be­spre­chungen mit Goerdeler betei­ligt, in denen über die poli­tische Neu­organi­sation nach einem Staats­streich und Ver­hand­lungs­mög­lich­keiten mit den Alli­ierten ge­sprochen wird. 

Nach dem geschei­terten Um­sturz­versuch wird Jesco von Puttkamer am 6. Dezem­ber 1945 festge­nommen, in die Gesta­po-Sonder­abteilung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße einge­liefert und mehrfach verhört. Eine Ver­hand­lung vor dem „Volks­gerichts­hof” findet durch den Kriegs­ver­lauf nicht mehr statt.  

Kurz vor der Befrei­ung durch die Rote Armee wird er mit anderen Häft­lingen formal der Justiz­abtei­lung des Gefäng­nisses über­geben und am 25. April 1945 ent­lassen. Jesco von Putt­kamer nimmt sich am 6. September 1947 in Berlin das Leben.  

Es ist aber nur gelungen, mir die Bezie­hungen zu [Carl] Goerdeler nachzu­weisen, da die­jenigen meiner Freunde, die mich hätten belasten können, bereits hinge­richtet waren. Dr. Goerdeler hatte anstän­diger­weise ausge­sagt, daß er mich im Januar 1943 zum letzten Male gesehen hätte, anschliessend wären unsere Bezie­hungen einge­schlafen. Diese Aus­sage und die Bekun­dungen des mit mir verhaf­teten Herrn von Zitzewitz haben mich vor dem Strang bewahrt.

Jesco von Puttkamer über die Verhöre und die Aussagen seiner politischen Freunde während der Haft in der Lehrter Straße, 10. Juli 1945

Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 5237

Portrait: Jesco von PuttkamerJesco von Puttkamer, nach 1945