Eberhard Plewe
22. Mai 1986, Berlin (West)
Eberhard Plewe besteht 1933 die große juristische Staatsprüfung und promoviert 1934. Bis zur Machtübernahme Hitlers steht Plewe als Auslandsvertreter an der Spitze des Deutschen Pfadfinderbundes. Als dieser in der „Reichsschaft deutscher Pfadfinder“ aufgeht, behält er diesen Posten zunächst auch in der neuen Dachorganisation. Im zweiten Halbjahr 1933 beginnen die Repressionen gegen den Pfadfinderbund. Da Plewe seine Kontakte ins Ausland weiter pflegt, verliert er Anfang 1934 sein Amt und ist nach Hausdurchsuchungen gezwungen, seinen Pass abzugeben. Sein Engagement in der Jugendbewegung führt er dennoch weiter.
Nachdem er in den 1930er Jahren als Assessor und Amtsgerichtsrat an verschiedenen Gerichten arbeitet, wird er im Sommer 1940 zur Luftwaffe eingezogen. Anfang 1943 wird er zum Unteroffizier befördert und zur Luftwaffenakademie in Berlin-Gatow versetzt. Er unterhält Kontakte zum Auswärtigen Amt und ist in Planungen zur Einbeziehung der Luftwaffe in die Umsturzpläne der Verschwörer des 20. Juli 1944 involviert.
Am 24. Juli 1944 wird Eberhard Plewe auf dem Gelände der Luftwaffenakademie festgenommen und in die gerade eingerichtete Gestapo-Sonderabteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße eingeliefert. Dort ist er ohne Anklage und Prozess inhaftiert, bis er am 21. April 1945 entlassen wird.
Nach dem Ende des Krieges ist er Mitbegründer der CDU in Westberlin und engagiert sich erneut für den von ihm mitgegründeten Deutschen Pfadfinderbund, bis er Ende 1952 bei einem Besuch in Ostberlin in sowjetische Gefangenschaft gerät, aus der er 1961 zurückkehrt.




