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Franz Pieper

14. September 1904, Berlin
13. April 1945, Berlin-Plötzensee

Der Mecha­niker und Maschi­nen­bauer Franz Pieper betreibt in Berlin-Rei­nicken­dorf ein Fahrrad­geschäft. Seit 1927 ist er mit Erna Pieper, geb. Bannier, ver­hei­ratet, mit der er einen Sohn hat. 1940 wird er zur AEG in der Dront­hei­mer Straße dienst­ver­pflich­tet. 

Dort wird er Teil einer Wider­stands­gruppe, die Flug­blätter verteilt und Aus­lands­nach­rich­ten weitergibt. Die Gruppe hält außer­dem Kontakt zu Zwangs­arbei­tern aus dem Lager Seestraße und ver­sucht, die Pro­duk­tion von Rüs­tungs­gütern zu sabo­tieren. In den letzten Kriegs­mona­ten beginnen die Mit­glieder, Waffen zu besorgen. 

Die Betriebs­gruppe wird durch einen Ges­tapo­spit­zel enttarnt. Franz Pieper wird am 22. Februar 1945 in der AEG fest­genom­men und in das Zellen­ge­fäng­nis Lehr­ter Straße 3 gebracht. 

Am 24. März 1945 verur­teilt das Berliner Kam­mer­gericht Franz Pieper und sechs weitere Männer zum Tode. Sie alle werden am 13. April 1945 im Straf­gefäng­nis Berlin-Plötzen­see ermor­det.

Nach der Verur­teilung, die am 23. und 24.3. statt­fand, hielten sich die Kame­raden noch 1½ Tage in der Lehrter Str. auf, um Zeit zur Ein­reichung eines Gnaden­gesuches zu haben ... aber wir werden uns auch dieser Opera­tion unter­ziehen, grüsse meine Frau und Kind, falls du raus­kommst, sagte man zu mir, welches ich mit einem Hände­druck beant­wortete. Worte gibt es hier nicht. Als Held ist jeder Einzelne vor das Schafott getre­ten, dies kann ich jeder Ange­hörigen ver­sichern.

Heinrich Leistikow über Franz Pieper und sechs weitere Männer der AEG-Betriebsgruppe Drontheimer Straße, die am 24. März 1945 zum Tode verurteilt wurden

Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 6218

Portrait: Franz PieperFranz Pieper, vor 1945