Franz Pieper
13. April 1945, Berlin-Plötzensee
Der Mechaniker und Maschinenbauer Franz Pieper betreibt in Berlin-Reinickendorf ein Fahrradgeschäft. Seit 1927 ist er mit Erna Pieper, geb. Bannier, verheiratet, mit der er einen Sohn hat. 1940 wird er zur AEG in der Drontheimer Straße dienstverpflichtet.
Dort wird er Teil einer Widerstandsgruppe, die Flugblätter verteilt und Auslandsnachrichten weitergibt. Die Gruppe hält außerdem Kontakt zu Zwangsarbeitern aus dem Lager Seestraße und versucht, die Produktion von Rüstungsgütern zu sabotieren. In den letzten Kriegsmonaten beginnen die Mitglieder, Waffen zu besorgen.
Die Betriebsgruppe wird durch einen Gestapospitzel enttarnt. Franz Pieper wird am 22. Februar 1945 in der AEG festgenommen und in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 gebracht.
Am 24. März 1945 verurteilt das Berliner Kammergericht Franz Pieper und sechs weitere Männer zum Tode. Sie alle werden am 13. April 1945 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Nach der Verurteilung, die am 23. und 24.3. stattfand, hielten sich die Kameraden noch 1½ Tage in der Lehrter Str. auf, um Zeit zur Einreichung eines Gnadengesuches zu haben ... aber wir werden uns auch dieser Operation unterziehen, grüsse meine Frau und Kind, falls du rauskommst, sagte man zu mir, welches ich mit einem Händedruck beantwortete. Worte gibt es hier nicht. Als Held ist jeder Einzelne vor das Schafott getreten, dies kann ich jeder Angehörigen versichern.
Heinrich Leistikow über Franz Pieper und sechs weitere Männer der AEG-Betriebsgruppe Drontheimer Straße, die am 24. März 1945 zum Tode verurteilt wurden
Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 6218




