Willi Pfaff
7. Oktober 1965, Arnstadt
Willi Pfaff wächst als vierter Sohn eines Kürschners im thüringischen Arnstadt auf, absolviert eine Lehre als Mechaniker und nimmt am Ersten Weltkrieg teil. 1923 heiratet er Gertrud Schwarz, 1927 wird Sohn Helmut geboren. Er wechselt zum Kraftfahrerberuf, gehört der Transportarbeitergewerkschaft an und tritt 1920 in die KPD ein, für die er in Arnstadt eine Ortsgruppe aufbaut.
1933 wird er erstmals festgenommen und mehrere Wochen in der Strafanstalt Ichtershausen inhaftiert. In den folgenden Jahren wird Pfaff mehrfach in Haft genommen, ohne dass es zu einer Verurteilung kommt.
Willi Pfaff arbeitet mit Karl Heerlein in der Maschinenfabrik Mako in Rudisleben in Arnstadt. Seit 1944/45 nimmt dessen Bruder Walter Heerlein, der einer kommunistischen Widerstandsgruppe in den Berliner AEG-Werken angehört, Kontakt zu beiden Männern auf.
Walter Heerlein wird im Februar 1945 festgenommen, woraufhin auch bei Karl Heerlein und Willi Pfaff Hausdurchsuchungen stattfinden. Sie werden festgenommen, nach Berlin gebracht und am 9. März 1945 in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert. Willi Pfaff wird mehrfach verhört und nach fünf Tagen Haft am 14. März 1945 entlassen.
Nach Kriegsende engagiert er sich erneut in der KPD, später in der SED und ist als Transportmeister tätig.
Die Haft in Berlin-Moabit ist den anderen nicht vergleichbar: Jeden Tag Vernehmung, 2 Mann an die Acht geschloßen. Einer auf den anderen warten geschloßen Gesäß an die Wand. Bei nur geringer Weigerung mit dem Kopf Fuß- und Kinntritte, in bestialischer Weise 1 Genosse (Walter Heerlein) auf diese Weise schon am 3. Tag erledigt. Die Wachmannschaft waren S.S. dialektisch aus Bayern oder Österreich. Dass ich dieser Hölle lebend entkommen bin verdanke ich einem Bibelforscher, der z. Z. Kalfaktor war.
Willi Pfaff über die Haft im Zellengefängnis Lehrter Straße, 1946
Quelle: Landesarchiv Thüringen, Hauptstaatsarchiv Weimar, Bezirkstag und Rat des Bezirkes Erfurt - VdN Nr. 2345






