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Willi Pfaff

5. Juli 1891, Arnstadt
7. Oktober 1965, Arnstadt

Willi Pfaff wächst als vierter Sohn eines Kürsch­ners im thü­ringi­schen Arn­stadt auf, absol­viert eine Lehre als Mecha­niker und nimmt am Ersten Welt­krieg teil. 1923 heiratet er Gertrud Schwarz, 1927 wird Sohn Helmut geboren. Er wechselt zum Kraft­fahrer­beruf, gehört der Trans­port­arbeiter­ge­werk­schaft an und tritt 1920 in die KPD ein, für die er in Arn­stadt eine Orts­gruppe auf­baut. 

1933 wird er erstmals fest­ge­nommen und mehrere Wochen in der Straf­anstalt Ich­ters­hausen inhaf­tiert. In den fol­gen­den Jahren wird Pfaff mehr­fach in Haft genom­men, ohne dass es zu einer Ver­urtei­lung kommt. 

Willi Pfaff arbeitet mit Karl Heer­lein in der Maschi­nen­fabrik Mako in Rudis­leben in Arn­stadt. Seit 1944/45 nimmt dessen Bruder Walter Heerlein, der einer kom­mu­nisti­schen Wider­stands­gruppe in den Berliner AEG-Werken ange­hört, Kontakt zu beiden Männern auf. 

Walter Heerlein wird im Febru­ar 1945 fest­ge­nom­men, woraufhin auch bei Karl Heerlein und Willi Pfaff Haus­durch­suchun­gen statt­finden. Sie werden fest­ge­nom­men, nach Berlin gebracht und am 9. März 1945 in die Ges­tapo-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 ein­ge­liefert. Willi Pfaff wird mehr­fach ver­hört und nach fünf Tagen Haft am 14. März 1945 ent­lassen. 

Nach Kriegs­ende enga­giert er sich erneut in der KPD, später in der SED und ist als Trans­port­meister tätig.

Die Haft in Berlin-Moabit ist den anderen nicht ver­gleich­bar: Jeden Tag Ver­neh­mung, 2 Mann an die Acht geschloßen. Einer auf den anderen warten geschloßen Gesäß an die Wand. Bei nur geringer Weige­rung mit dem Kopf Fuß- und Kinn­tritte, in bestia­lischer Weise 1 Genosse (Walter Heerlein) auf diese Weise schon am 3. Tag erledigt. Die Wach­mann­schaft waren S.S. dialek­tisch aus Bayern oder Öster­reich. Dass ich dieser Hölle lebend ent­kommen bin verdanke ich einem Bibel­forscher, der z. Z. Kal­fak­tor war.

Willi Pfaff über die Haft im Zellengefängnis Lehrter Straße, 1946

Quelle: Landesarchiv Thüringen, Hauptstaatsarchiv Weimar, Bezirkstag und Rat des Bezirkes Erfurt - VdN Nr. 2345

Portrait: Willi PfaffWilli Pfaff, um 1945