Horst von Petersdorff
12. Juli 1962, Prien am Chiemsee
Horst von Petersdorff tritt mit 18 Jahren in die preußische Armee ein. Nach dem Besuch der Kriegsschule in Danzig wird er zum Leutnant befördert. Im Ersten Weltkrieg wird er mehrfach schwer verwundet und verliert den rechten Arm. 1919 stellt er aus verschiedenen Einheiten das nach ihm benannte Freikorps Petersdorff zusammen. Im Zivilberuf arbeitet er als Kaufmann.
Zu Beginn der 1920er Jahre tritt er in die NSDAP und in die SA ein. 1931 ist er an der Niederschlagung des „Stennes-Putsches” beteiligt und zeitweilig Führer der SA-Untergruppe Berlin-Brandenburg. Wegen Auseinandersetzungen um Gregor Strasser und die SA lässt von Petersdorff seine NSDAP- und SA-Mitgliedschaft seit 1932 ruhen.
Zur Zeit der „Röhm-Affäre” im Juni 1934 emigriert er kurzzeitig nach Österreich. Seit 1936 betreibt er seine Wiederaufnahme in die NSDAP und die SA. Im Zweiten Weltkrieg nimmt er als Hauptmann der Reserve am Frankreichfeldzug teil. Später wird er an die Ostfront versetzt, wo er erneut schwer verwundet wird. Daraufhin ist er als Leiter der Deutschen Industriekommission in Ungarn und der Slowakei im Rüstungsministerium Albert Speers tätig.
Nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 tritt Wilhelm Senzky mit der Bitte um ein Versteck für den von der Gestapo verfolgten General Hermann Lindemann an ihn heran. Petersdorff wird am 8. September festgenommen und zunächst in Berlin-Tegel, dann in der Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 inhaftiert.
Beim Prozess vor dem „Volksgerichtshof” wird er freigesprochen, bleibt aber in Haft. Über das KZ Buchenwald, das KZ Dachau und weitere Stationen wird er mit anderen „Sippen”- und Sonderhäftlingen in die „Alpenfestung” gebracht. Die Gruppe wird Anfang Mai 1945 am Pragser Wildsee in Südtirol befreit.










































