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Horst von Petersdorff

30. Dezember 1892, Posen (Poznań)
12. Juli 1962, Prien am Chiemsee

Horst von Petersdorff tritt mit 18 Jahren in die preußische Armee ein. Nach dem Besuch der Kriegs­schule in Danzig wird er zum Leutnant befördert. Im Ersten Welt­krieg wird er mehr­fach schwer ver­wundet und verliert den rechten Arm. 1919 stellt er aus ver­schie­denen Ein­heiten das nach ihm benan­nte Frei­korps Petersdorff zusammen. Im Zivil­beruf arbeitet er als Kauf­mann. 

Zu Be­ginn der 1920er Jahre tritt er in die NSDAP und in die SA ein. 1931 ist er an der Niederschlagung des „Stennes-Putsches” beteiligt und zeit­weilig Führer der SA-Unter­gruppe Berlin-Brandenburg. Wegen Aus­einander­setzungen um Gregor Strasser und die SA lässt von Petersdorff seine NSDAP- und SA-Mit­glied­schaft seit 1932 ruhen. 

Zur Zeit der „Röhm-Affäre” im Juni 1934 emi­griert er kurz­zeitig nach Österreich. Seit 1936 betreibt er seine Wieder­aufnahme in die NSDAP und die SA. Im Zwei­ten Welt­krieg nimmt er als Haupt­mann der Reserve am Frank­reich­feld­zug teil. Später wird er an die Ost­front versetzt, wo er er­neut schwer ver­wundet wird. Darauf­hin ist er als Lei­ter der Deutschen In­dustrie­kommission in Ungarn und der Slowa­kei im Rüstungs­ministerium Albert Speers tätig. 

Nach dem geschei­terten Um­sturz­versuch vom 20. Juli 1944 tritt Wilhelm Senzky mit der Bitte um ein Ver­steck für den von der Gestapo ver­folgten General Hermann Linde­mann an ihn heran. Petersdorff wird am 8. September fest­ge­nommen und zu­nächst in Berlin-Tegel, dann in der Gestapo-Abteilung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 inhaf­tiert. 

Beim Pro­zess vor dem „Volks­gerichts­hof” wird er frei­ge­sprochen, bleibt aber in Haft. Über das KZ Buchen­wald, das KZ Dachau und wei­tere Stationen wird er mit anderen „Sippen”- und Sonder­häftlingen in die „Alpen­festung” ge­bracht. Die Gruppe wird An­fang Mai 1945 am Pragser Wild­see in Süd­tirol be­freit.

Portrait: Horst von PetersdorffHorst von Petersdorff