Ernst Perels
10. Mai 1945, KZ Flossenbürg
Ernst Perels wird als Sohn von Anna und Ferdinand Perels geboren. Die Familie seines Vater, der früh zum evangelischen Glauben konvertiert ist, ist jüdischer Herkunft.
Seine berufliche Laufbahn als Mittelalterhistoriker beginnt Ernst Perels 1904 als Mitarbeiter der Monumenta Germaniae Historica (MGH) in Berlin. 1907 heiratet er Antonie Hermes und in den folgenden Jahren werden die vier gemeinsamen Söhne geboren. 1911 nimmt Perels, dessen Forschungsschwerpunkte im Bereich der Kirchen- und Verfassungsgeschichte liegen, seine Lehrtätigkeit an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität auf. 1931 wird er zum persönlichen Ordinarius und zum Mitdirektor des Historischen Seminars ernannt.
Ende 1935 wird Ernst Perels aus antisemitischen Gründen emeritiert. Als sein Sohn Friedrich Justus nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 am 5. Oktober festgenommen wird, wird Ernst Perels am 18. Oktober in „Sippenhaft” genommen. Er wird in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert, wo sich auch sein Sohn befindet. Seine Familie erfährt von seinem Aufenthaltsort erst, als seine Schwiegertochter Helga Perels bei der Abgabe eines Essenspaketes gefragt wird, für welchen Perels dieses sei.
Am 27. Dezember 1944 wird Ernst Perels in das KZ Buchenwald und im April 1945 in das KZ Flossenbürg verschleppt, wo er kurz nach der Befreiung durch US-amerikanische Truppen am 10. Mai 1945 stirbt.


