Rudolf Pechel
28. Dezember 1961, Lenk im Simmental
Rudolf Pechel übernimmt 1919 die Chefredaktion der „Deutschen Rundschau“. Nach anfänglichen Sympathien geht Pechel zunehmend auf Distanz zum Nationalsozialismus und wird nach 1933 zum entschiedenen Gegner Hitlers. Seit 1936 ist er mit Carl Goerdeler bekannt, mit dem ihn in den folgenden Jahren eine intensive Zusammenarbeit verbindet. Auf Reisen in die Schweiz, nach Frankreich und England warnt Pechel seine Gesprächspartner vor Hitler und weist auf die drohende Kriegsgefahr hin.
Wegen eines im Januar 1942 veröffentlichten Artikels, in dem er scharfe Kritik an der Politik von Goebbels übt, wird er am 8. April 1942 festgenommen und in das KZ Sachsenhausen eingeliefert. Am 1. Juni 1944 wird er in den Zellenbau des KZ Ravensbrück verlegt und zu seinen Kontakten zu Beck und Goerdeler verhört. Im September 1944 wird er in das Gefängnis Tegel gebracht. Nachdem dieses durch einen Bombenangriff schwer beschädigt worden ist, wird er am 7. Oktober in das Zellengefängnis Lehrter Straße überstellt. Am 1. Februar 1945 wird er vom „Volksgerichtshof“ aus Mangel an Beweisen freigesprochen, bleibt jedoch weiter in Haft.
Am 20. Februar wird er mit 13 weiteren Häftlingen in das KZ Sachsenhausen überstellt und erst am 14. April 1945 nach einer Vorsprache seines Sohnes Eberhard bei Gestapochef Heinrich Müller aus der Haft entlassen.
Ab April 1946 gibt er wieder die „Deutschen Rundschau“ heraus. Mit der 1947 erschienenen Darstellung „Deutscher Widerstand“ verfasst Rudolf Pechel eine der ersten Publikationen über den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.













