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Rudolf Pechel

30. Oktober 1882, Güstrow
28. Dezember 1961, Lenk im Simmental

Rudolf Pechel über­nimmt 1919 die Chef­redak­tion der „Deutschen Rund­schau“. Nach anfäng­lichen Sympa­thien geht Pechel zunehmend auf Distanz zum Natio­nal­sozialis­mus und wird nach 1933 zum ent­schie­denen Gegner Hitlers. Seit 1936 ist er mit Carl Goerdeler bekannt, mit dem ihn in den folgenden Jahren eine intensive Zusam­men­arbeit ver­bindet. Auf Reisen in die Schweiz, nach Frank­reich und England warnt Pechel seine Ge­sprächs­partner vor Hitler und weist auf die drohende Kriegs­gefahr hin. 

Wegen eines im Januar 1942 ver­öffent­lichten Artikels, in dem er scharfe Kritik an der Politik von Goebbels übt, wird er am 8. April 1942 festge­nommen und in das KZ Sachsen­hausen einge­liefert. Am 1. Juni 1944 wird er in den Zellen­bau des KZ Ravens­brück verlegt und zu seinen Kon­takten zu Beck und Goerdeler verhört. Im September 1944 wird er in das Gefängnis Tegel ge­bracht. Nachdem dieses durch einen Bomben­angriff schwer beschädigt worden ist, wird er am 7. Oktober in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße überstellt. Am 1. Fe­bruar 1945 wird er vom „Volks­gerichts­hof“ aus Mangel an Beweisen freige­sprochen, bleibt jedoch weiter in Haft. 

Am 20. Februar wird er mit 13 weiteren Häftlingen in das KZ Sachsen­hausen über­stellt und erst am 14. April 1945 nach einer Vor­sprache seines Sohnes Eberhard bei Gestapo­chef Heinrich Müller aus der Haft ent­lassen. 

Ab April 1946 gibt er wieder die „Deut­schen Rund­schau“ heraus. Mit der 1947 erschie­nenen Dar­stellung „Deut­scher Wider­stand“ verfasst Rudolf Pechel eine der ersten Publi­kationen über den deutschen Wider­stand gegen den Natio­nal­sozialis­mus.

Portrait: Rudolf PechelRudolf Pechel, nach 1945