Kraft Freiherr von Palombini
31. Dezember 1976, Bückeburg
Der Gutsbesitzer Kraft Freiherr von Palombini, der das Familiengut Rahnisdorf bei Herzberg (Elster) führt, gehört in der Weimarer Republik zunächst der Deutschnationalen Volkspartei an, tritt jedoch 1929 der NSDAP bei.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gerät er zunehmend in Konflikt mit dem neuen Regime. Er wird im Juli 1934 erstmals für kurze Zeit festgenommen und für mehrere Wochen im Berliner Gestapo-Gefängnis Columbia-Haus inhaftiert. Wiederholt kommt es in den folgenden Jahren zu Konflikten mit der NSDAP-Kreisleitung und dem Gauleiter von Halle-Merseburg Rudolf Jordan.
Palombini ist seit den 1930er Jahren mit Carl Goerdeler befreundet. Als gegen Goerdeler am 17. Juli 1944 Haftbefehl erlassen wird, hält sich dieser ab dem 19. Juli für drei Tage auf dem Gut der Familie Palombini verborgen. Kraft Freiherr von Palombini wird bereits am 21. Juli 1944 in Naumburg durch die Gestapo wegen NSkritischer Äußerungen festgenommen. Als seine Kontakte zu Goerdeler bekannt werden, wird am 5. August auch seine Frau Melitta inhaftiert. Sie bleibt bis zum 9. Oktober 1944 in Haft.
Kraft Freiherr von Palombini wird zunächst im Gefängnis Halle inhaftiert. Am 16. August wird er nach Berlin gebracht und in das „Hausgefängnis” der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße 8 eingeliefert. Nach zehn Tagen wird er in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 überführt. Hier ist er ab Dezember 1944 als Hilfskalfaktor eingesetzt.
Palombini wird am 22. April 1945 aus der Haft entlassen.


