Albrecht Olbertz
20. August 1944, Zellengefängnis Lehrter Straße, Berlin
Der Facharzt für innere Krankheiten Albrecht Olbertz schließt sich früh der SA und der NSDAP an und wird im Juli 1933 Polizeiarzt im Berliner Polizeigefängnis am Alexanderplatz. Nach den Mordaktionen des 30. Juni 1934 wendet sich Albrecht Olbertz zunehmend vom Nationalsozialismus ab. Im Polizeigefängnis hilft er systematisch politischen Gefangenen.
Seit den frühen 1930er Jahren ist er mit Arthur Nebe befreundet, der ihn über die Vorbereitungen für einen Umsturzversuch informiert. Nebe, der als Kommandeur der SS-Einsatzgruppe B verantwortlich für Massaker an Jüdinnen und Juden in der Sowjetunion und einer der Hauptverantwortlichen für die Deportation und Vernichtung der Sinti und Roma ist, gilt zugleich für die Angehörigen der Militäropposition als der wichtigste Kontaktmann in der Polizei.
Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 taucht Arthur Nebe am 24. Juli 1944 unter, obwohl bisher kein Verdacht auf ihn gefallen war. Nachdem das Verschwinden Nebes aufgefallen ist, wird Albrecht Olbertz am 25. Juli über dessen Verbleib befragt. Als Nebe am nächsten Tag Kontakt mit Olbertz aufnimmt, hilft dieser ihm bei der weiteren Flucht.
Albrecht Olbertz wird am 15. August festgenommen und in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert. Am 20. August 1944 begeht er in seiner Zelle Selbstmord.








