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Albrecht Olbertz

26. November 1899, Köln
20. August 1944, Zellengefängnis Lehrter Straße, Berlin

Der Fach­arzt für innere Krank­heiten Albrecht Olbertz schließt sich früh der SA und der NSDAP an und wird im Juli 1933 Polizei­arzt im Berliner Polizei­ge­fängnis am Alexan­der­platz. Nach den Mord­aktionen des 30. Juni 1934 wendet sich Albrecht Olbertz zuneh­mend vom Natio­nal­so­zialis­mus ab. Im Polizei­gefängnis hilft er syste­matisch poli­tischen Gefan­genen. 

Seit den frühen 1930er Jahren ist er mit Arthur Nebe befreun­det, der ihn über die Vor­berei­tungen für einen Um­sturz­versuch infor­miert. Nebe, der als Komman­deur der SS-Ein­satz­gruppe B ver­ant­wortlich für Massaker an Jüdin­nen und Juden in der Sowjet­union und einer der Haupt­ver­antwort­lichen für die Depor­tation und Ver­nichtung der Sinti und Roma ist, gilt zugleich für die Ange­hörigen der Militär­oppo­sition als der wichtigste Kontakt­mann in der Polizei. 

Nach dem Scheitern des Um­sturz­ver­suchs vom 20. Juli 1944 taucht Arthur Nebe am 24. Juli 1944 unter, obwohl bisher kein Ver­dacht auf ihn gefallen war. Nach­dem das Ver­schwin­den Nebes aufgefallen ist, wird Albrecht Olbertz am 25. Juli über dessen Ver­bleib befragt. Als Nebe am nächsten Tag Kontakt mit Olbertz auf­nimmt, hilft dieser ihm bei der weiteren Flucht. 

Albrecht Olbertz wird am 15. August fest­ge­nommen und in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­ge­fäng­nisses Lehrter Straße 3 ein­ge­liefert. Am 20. August 1944 begeht er in seiner Zelle Selbst­mord.     

Portrait: Albrecht OlbertzAlbrecht Olbertz, um 1940