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Gustav Noske

9. Juli 1868, Brandenburg an der Havel
30. November 1946, Hannover

Gustav Noske übt zwischen 1919 und 1920 in der sozial­demokra­tischen Regierung das Amt des Reichs­wehr­minister aus, muss aber nach dem Kapp-Putsch auf Druck der eigenen Par­tei zurück­treten. Danach wirkt er bis 1933 als Ober­präsi­dent der preußi­schen Provinz Hannover. Während der NS-Zeit hält er Kontakt zu früheren Sozial­demo­kraten und stellt sich 1943 im Fall eines gelun­genen Staats­streiches als poli­tischer Beauf­tragter für den Wehr­kreis IX (Kassel) zur Verfü­gung. 

Gustav Noske wird am 22. Juli 1944 fest­genom­men. Zunächst ist er im Lager Für­sten­berg/Havel, das zum KZ Ravens­brück gehört, inter­niert. Obwohl die Anklage­erhe­bung bereits im Novem­ber statt­findet, kommt es nicht zur Ver­hand­lung vor dem „Volks­ge­richts­hof“. 

Am 25. April 1945 wird Gustav Noske, nachdem er mit einer Dele­gation von Mitge­fangenen beim Direktor des Gefäng­nisses um die Ent­lassung der politischen Häft­linge ersucht hat, aus dem Berliner Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 frei­gelassen.

Vier sollten zum Regierungs­rat gehen und die Befreiung erwirken. Gewählt waren der Reihen­folge nach: Der bereits 77jährige Reichs­wehrminister Noske, der Jesuiten­provinzial Rösch …, der durch das Volks­gericht zum Tode verurteilte Minister Hermes, Freiherr von Zitzewitz. … Er empfing uns, wenn ich nicht irre, vor seinen Zimmern. Zuerst sprach Minister Noske. Er führte aus, daß die Russen so nahe seien, daß das Gefängnis jederzeit erobert werden könne, man nicht wisse, was dabei und hernach sich ereignen könne, in der Nacht wir aber von der Gestapo ermordet würden.

Augustin Rösch über die Häftlingsabordnung, welche am 25. April 1945 bei Regierungsrat Berg für ihre Freilassung vorspricht

Quelle: Augustin Rösch, Kampf gegen den Nationalsozialismus, hrsg. von Roman Bleistein, Frankfurt am Main 1985, S. 328.

Am 25.4.1945 nachmittags 4 Uhr erzwangen die letzten 46 vom Gefängnis­vorsteher ihre Entlassung ... . Die Befreiung war im wesentlichen zu danken der sehr energischen Initiative des Reichs­ministers a.D. Gustav Noske, des Ministerial­direktors Dr. Ernst, des Herrn von Zitzewitz-Muttrin und des Reichs­ministers a.D. Dr. Hermes.

Jesco von Puttkamer über die Entlassung aus der Haft am 25. April 1945

Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 5237

Portrait: Gustav NoskeGustav Noske, 1931