‹ zurück zur Übersicht

Hermann Moritz

11. September 1882, Alt-Wriezen/Beauregard
25. April 1965, Berlin (West)

Hermann Moritz absolviert nach dem Besuch der Volks­schule eine Schneider­lehre und ist seit 1909 als selbst­ständiger Schneider­meister tätig. Nach der Teil­nahme am Ersten Welt­krieg führt er seine Schneider­werk­statt in Berlin weiter. 

Über Carl Bassen, der seit 1939 mit der Tochter von Hermann Moritz, Marie, ver­heiratet ist, lernt er den Haupt­mann Ludwig Gehre kennen, der zum Wider­stands­kreis im Amt Ausland/Abwehr im Ober­komman­do der Wehr­macht ge­hört. Gehre, der im März 1944 fest­ge­nommen wor­den ist, kann jedoch wenige Tage später fliehen und sich in den folgen­den Mona­ten mit Hilfe eines brei­ten Kreises von Unter­stützerinnen und Unter­stützern verbor­gen halten. Um einer drohen­den Fest­nahme zu entgehen, taucht im August 1944 auch Gehres Ehe­frau Hanna unter. 

Ludwig und Hanna Gehre werden mehr­fach vom Ehe­paar Bassen versteckt. Auch Hermann Moritz erklärt sich bereit, beide zu unter­stützen und bietet ihnen zeit­weise Unter­kunft. Nach der Fest­nahme Ludwig Gehres am 8. November 1944, der unter Fol­ter die Namen seiner Helfer­innen und Helfer preis­gibt, werden am 11. November zunächst Carl Bassen, am 14. Dezember auch Hermann Moritz und seine Tochter Marie in Haft genom­men. 

Hermann Moritz wird wie auch sein Schwieger­sohn in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 ein­geliefert. Während seiner Haft ist Moritz in der Schneider­werkstatt des Gefäng­nisses ein­gesetzt, wo er Beklei­dungs­stücke für die SS an­fertigen muss. Zu einem Ver­fahren gegen Hermann Moritz kommt es auf­grund der Kriegs­entwicklung nicht mehr. 

Er wird am 23. April 1945 aus der Haft ent­lassen.