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Josef Mohr

13. Juli 1899, Nürnberg
3. März 1976, Neuwied-Irlich

Josef Mohr lebt mit seiner Frau Katharina und dem Sohn Martin in Irlich in der Nähe von Koblenz, wo er als Werk­zeug­macher tätig ist. Seine Schwester Therese ist mit dem christ­lichen Gewerk­schafter Jakob Kaiser ver­heiratet, dem es nach dem geschei­terten Umsturz­versuch vom 20. Juli 1944 gelingt, in Berlin unter­zu­tauchen. 

Die Gestapo sucht auch in Irlich nach Kaiser und nimmt dessen Ehe­frau Therese und Tochter Elisabeth in „Sippen­haft”, inhaftiert sie im Stadt­gefängnis Koblenz, wo die Eheleute Mohr sie mit Lebens­mitteln ver­sorgen. Nach­dem das Gefängnis Anfang November 1944 bei einem Bomben­angriff stark zer­stört worden ist, kommen die beiden Frauen zunächst frei, werden jedoch am 27. November 1944 erneut fest­genommen. 

Auch Katharina und Josef Mohr werden nun in „Sippen­haft” genom­men, nach Alt­wied gebracht und von der Gesta­po verhört. Anfang Dezem­ber 1944 wird die Familie nach Berlin über­führt und Josef Mohr am 4. Dezember 1944 in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 einge­liefert. Am 1. März 1945 werden er und seine Frau in das KZ Buchen­wald ver­schleppt. 

Für die Familie beginnt zusammen mit anderen „Sippen­häftlingen” eine Odyssee durch ver­schie­dene Konzentra­tions­lager und Haft­anstalten, die mit der Befreiung Ende April 1945 am Pragser Wildsee in Südtirol endet. Der Groß­teil der Häft­linge muss jedoch zunächst am Pragser Wild­see bleiben, wo das Ehe­paar Mohr die Ver­pflegung der ehe­maligen Mit­häft­linge orga­nisiert. 

Im Mai 1945 werden sie von der US-Armee auf die Insel Capri gebracht und intensiv befragt. Ende Juni 1945 können Katharina und Josef Mohr nach Irlich zurück­kehren.

Doch merke Dir noch eins, zum Lebens­kampf gehört nicht nur ein kluger Kopf, sondern vor allem ein starkes Herz! Man muß seinem Schick­sal nicht zürnen, auch wenn man eine Unge­rechtig­keit ertragen muß. ... Es geht mir gut – ich brauche nicht zu arbei­ten und Du weißt, dass Nichtstun Deinem Vater das Härteste ist.

Josef Mohr in einem Brief aus dem Zellengefängnis Lehrter Straße an seinen Sohn am 26. Dezember 1944

Quelle: Landeshauptarchiv Koblenz, Nachlass Mohr