Arthur Menge
16. Mai 1965, Bellinzona
Der Verwaltungsjurist Arthur Menge wird 1925 zum Oberbürgermeister von Hannover gewählt. Er ist Mitglied der konservativen Deutsch-Hannoverschen Partei, wird jedoch 1933 von den Nationalsozialisten nicht aus seinem Amt entfernt. In den folgenden Jahren nehmen die politischen Spannungen zwischen Menge und der NSDAP zu, so dass er 1937 nicht wiedergewählt wird. Seit Februar 1943 steht er in Kontakt mit Carl Goerdeler, den er aus früheren Zeiten kennt, und lässt sich als politischen Beauftragten für den Wehrkreis XI (Hannover) gewinnen.
Arthur Menge wird einen Tag nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 in Bad Kissingen festgenommen. Am 24. November 1944 wird er in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert.
Am 28. Februar 1945 verurteilt ihn der „Volksgerichtshof“ zu drei Jahren Zuchthaus, weil er Goerdeler nicht angezeigt hat. Menge wird zunächst in das Zellengefängnis zurückgebracht und schließlich am 19. März 1945 in das Zuchthaus Brandenburg überstellt. Dort wird er am 27. April 1945 befreit.
Nach Kriegsende wird Menge Vorsitzender der neu gegründeten Niedersächsischen Landespartei, muss das Amt aber schon bald aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.
... da war der frühere Oberbürgermeister von Hannover, Dr. Menge, der durch keinen räsonierenden Wachhabenden davon abzubringen war, vor den ihm bekannten Mitgefangenen mit vollendeter hannoverscher Courtoisie den Hut zu ziehen, und dadurch den Gefängnishof und unser Haus in einen ,Kavaliersflügel' verwandeln half.
Hanns Lilje in seinen Hafterinnerungen über die Begegnung mit Arthur Menge im Zellengefängnis
Quelle: Hanns Lilje, Im finstern Tal. Rückblicke auf eine Haft, Hannover 1999, S. 57.

















