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Arthur Menge

2. April 1884, Hannover
16. Mai 1965, Bellinzona

Der Ver­wal­tungs­jurist Arthur Menge wird 1925 zum Ober­bürger­meister von Hannover ge­wählt. Er ist Mit­glied der kon­ser­vativen Deutsch-Hanno­ver­schen Partei, wird jedoch 1933 von den Natio­nal­sozialis­ten nicht aus seinem Amt ent­fernt. In den folgenden Jahren nehmen die politi­schen Spannungen zwischen Menge und der NSDAP zu, so dass er 1937 nicht wieder­gewählt wird. Seit Februar 1943 steht er in Kon­takt mit Carl Goerdeler, den er aus früheren Zeiten kennt, und lässt sich als poli­tischen Beauf­trag­ten für den Wehr­kreis XI (Hannover) gewinnen. 

Arthur Menge wird einen Tag nach dem geschei­terten Attentat vom 20. Juli 1944 in Bad Kissingen fest­ge­nommen. Am 24. Novem­ber 1944 wird er in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 einge­liefert. 

Am 28. Februar 1945 verur­teilt ihn der „Volks­ge­richts­hof“ zu drei Jahren Zucht­haus, weil er Goerdeler nicht ange­zeigt hat. Menge wird zunächst in das Zellen­gefäng­nis zurück­gebracht und schließ­lich am 19. März 1945 in das Zucht­haus Bran­den­burg über­stellt. Dort wird er am 27. April 1945 befreit. 

Nach Kriegs­ende wird Menge Vor­sitzen­der der neu gegrün­de­ten Nieder­säch­sischen Lan­des­partei, muss das Amt aber schon bald aus gesund­heit­lichen Gründen nieder­legen.

... da war der frühere Ober­bürger­meister von Hannover, Dr. Menge, der durch keinen räsonierenden Wach­habenden davon abzu­bringen war, vor den ihm bekannten Mitge­fangenen mit vollendeter hanno­verscher Courtoisie den Hut zu ziehen, und dadurch den Gefängnis­hof und unser Haus in einen ,Kavaliers­flügel' verwandeln half.

Hanns Lilje in seinen Hafterinnerungen über die Begegnung mit Arthur Menge im Zellengefängnis

Quelle: Hanns Lilje, Im finstern Tal. Rückblicke auf eine Haft, Hannover 1999, S. 57.

Portrait: Arthur MengeArthur Menge bei einer Ansprache im November 1935