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Feliks (Fiszel) Majnemer

26. Juni 1905, Warschau
unbekannt

Dem polni­schen Arzt Feliks Majnemer gelingt es am 17. April 1943, aus dem War­schauer Ghetto zu ent­kom­men und sich in War­schau zu ver­stecken. Als im August 1944 der Warschauer Auf­stand beginnt, ar­beitet er in einem Unter­grund­kranken­haus. Gemein­sam mit einigen Patienten gelingt ihm die Flucht. 

Am 12. Januar 1945 wird Feliks Majnemer in Zalesie bei War­schau fest­ge­nommen und am 2. Februar 1945 nach Berlin ins Polizei­präsi­dium am Alexan­derplatz gebracht. Hier wird ihm vorge­wor­fen, der kommu­nistische Funk­tionär „Witold” zu sein. 

Noch am selben Tag wird er im Zellen­gefängnis Lehrter Straße inhaf­tiert, wo er bald andere Häft­lin­ge medi­zinisch ver­sor­gt, da er sich als „Hilfs­kalfak­tor” relativ frei bewegen kann.  

Feliks Majnemer wird am 25. April 1945 zusam­men mit Justus Delbrück, Eberhard Bethge und anderen Per­sonen aus dem Zellen­gefäng­nis ent­lassen. Ende Mai 1945 kehrt er nach Polen zurück.

Man lieferte mich ins Zellen­gefäng­nis ein, Berlin Lehrter Straße 3; ich wurde den politischen Häft­lingen zuge­ordnet. Hier war ich der einzige Pole. Die anderen Häft­linge waren Deutsche, die am Attentat auf Hitler beteiligt gewesen waren. Im Gefäng­nis erhielt ich die Position eines Kalfak­tors. Ich ging von Zelle zu Zelle und sammelte die Eimer mit den Exkremen­ten ein, die ich aus­leeren und gereinigt wieder zurück­stellen musste.

Aus einem Erinnerungsbericht von Feliks Majnemer

Quelle: Erinnerungen von Dr. Feliks Mrozowski [Majnemer], in: Anna Meroz, Innerhalb und außerhalb der Ghettomauern. Notizen einer Warschauer Ärztin aus den Jahren 1939-1945, Warschau 1988, S. 74.

Feliks Majnemer verbrachte die ersten vier Wochen nach der Entlassung mit uns (Justus [Delbrück], [Theodor] Steltzer, [Eberhard] Bethge) bei Schleichers im Keller. Er war polni­scher Jude und konnte uns durch sein russisch die Russen etwas vom Leibe halten. Er machte sich, nachdem meine Schwie­ger­eltern und Schleichers ihn einiger­massen ausge­stattet hatten, auf den Heimweg nach Warschau.

Emmi Bonhoeffer geb. Delbrück über Feliks Majnemer am 11. November 1946

Quelle: Archiv der Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944

Portrait: Feliks (Fiszel) MajnemerFeliks (Fiszel) Majnemer