Feliks (Fiszel) Majnemer
unbekannt
Dem polnischen Arzt Feliks Majnemer gelingt es am 17. April 1943, aus dem Warschauer Ghetto zu entkommen und sich in Warschau zu verstecken. Als im August 1944 der Warschauer Aufstand beginnt, arbeitet er in einem Untergrundkrankenhaus. Gemeinsam mit einigen Patienten gelingt ihm die Flucht.
Am 12. Januar 1945 wird Feliks Majnemer in Zalesie bei Warschau festgenommen und am 2. Februar 1945 nach Berlin ins Polizeipräsidium am Alexanderplatz gebracht. Hier wird ihm vorgeworfen, der kommunistische Funktionär „Witold” zu sein.
Noch am selben Tag wird er im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert, wo er bald andere Häftlinge medizinisch versorgt, da er sich als „Hilfskalfaktor” relativ frei bewegen kann.
Feliks Majnemer wird am 25. April 1945 zusammen mit Justus Delbrück, Eberhard Bethge und anderen Personen aus dem Zellengefängnis entlassen. Ende Mai 1945 kehrt er nach Polen zurück.
Man lieferte mich ins Zellengefängnis ein, Berlin Lehrter Straße 3; ich wurde den politischen Häftlingen zugeordnet. Hier war ich der einzige Pole. Die anderen Häftlinge waren Deutsche, die am Attentat auf Hitler beteiligt gewesen waren. Im Gefängnis erhielt ich die Position eines Kalfaktors. Ich ging von Zelle zu Zelle und sammelte die Eimer mit den Exkrementen ein, die ich ausleeren und gereinigt wieder zurückstellen musste.
Aus einem Erinnerungsbericht von Feliks Majnemer
Quelle: Erinnerungen von Dr. Feliks Mrozowski [Majnemer], in: Anna Meroz, Innerhalb und außerhalb der Ghettomauern. Notizen einer Warschauer Ärztin aus den Jahren 1939-1945, Warschau 1988, S. 74.
Feliks Majnemer verbrachte die ersten vier Wochen nach der Entlassung mit uns (Justus [Delbrück], [Theodor] Steltzer, [Eberhard] Bethge) bei Schleichers im Keller. Er war polnischer Jude und konnte uns durch sein russisch die Russen etwas vom Leibe halten. Er machte sich, nachdem meine Schwiegereltern und Schleichers ihn einigermassen ausgestattet hatten, auf den Heimweg nach Warschau.
Emmi Bonhoeffer geb. Delbrück über Feliks Majnemer am 11. November 1946
Quelle: Archiv der Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944


