Hermann Maaß
20. Oktober 1944, Berlin-Plötzensee
Wie viele seiner Generation meldet sich Hermann Maaß nach seinem Abitur freiwillig zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg. Nach einer schweren Verwundung kehrt er 1918 zurück und nimmt ein Studium der Philosophie, Psychologie und Soziologie auf. In den 1920er Jahren tritt er der SPD bei. 1924 wird er Geschäftsführer des Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände. Dieses Amt muss er jedoch 1933 mit der Machtübernahme des NS-Regimes niederlegen.
Mitte der 1930er Jahre wird Hermann Maaß zu einem der wichtigsten Mitarbeiter von Wilhelm Leuschner, dem ehemaligen Mitglied des Bundesvorstands des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und früheren hessischen Innenminister. Mit Wilhelm Leuschner arbeitet er im Untergrund an einer Neuordnung der aufgelösten Gewerkschaften und stellt Kontakt zu anderen Widerstandskreisen her. So erfährt Hermann Maaß von Plänen einer politischen Neuordnung, wobei er vor einem zu großen Einfluss des Militärs und der Eliten warnt.
Im Zuge des gescheiterten Attentats vom 20. Juli 1944 werden die Verbindungen von Hermann Maaß zu den Widerstandskreisen offenbart. Hermann Maaß wird am 8. August 1944 festgenommen. Bis zu seinem Prozess am 20. Oktober 1944 wird er mehrfach verlegt. Am 28. September 1944 wird er zusammen mit anderen Akteuren aus dem Widerstand vom KZ Ravensbrück in das Zellengefängnis in der Lehrter Straße gebracht. Dort wird er bis zu seiner Verlegung in das „Hausgefängnis“ der Gestapo am 14. Oktober 1944 inhaftiert.
Sechs Tage später wird Hermann Maaß vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und noch am selben Tag in Berlin-Plötzensee durch den Strang ermordet.




