‹ zurück zur Übersicht

Hermann Maaß

3. Oktober 1897, Bromberg (Bydgoszcz)
20. Oktober 1944, Berlin-Plötzensee

Wie viele seiner Generation meldet sich Hermann Maaß nach seinem Abitur freiwillig zum Kriegs­dienst im Ersten Weltkrieg. Nach einer schweren Verwun­dung kehrt er 1918 zurück und nimmt ein Studium der Philo­sophie, Psycho­logie und Sozio­logie auf. In den 1920er Jahren tritt er der SPD bei. 1924 wird er Geschäfts­führer des Reichs­aus­schusses der deutschen Jugend­verbände. Dieses Amt muss er jedoch 1933 mit der Macht­über­nahme des NS-Regimes nieder­legen.

Mitte der 1930er Jahre wird Hermann Maaß zu einem der wichtigsten Mitar­beiter von Wilhelm Leuschner, dem ehemaligen Mitglied des Bundes­vor­stands des Allgemeinen Deutschen Gewerk­schafts­bundes und früheren hessischen Innen­minister. Mit Wilhelm Leuschner arbeitet er im Unter­grund an einer Neu­ordnung der aufge­lösten Gewerk­schaften und stellt Kontakt zu anderen Wider­stands­kreisen her. So erfährt Hermann Maaß von Plänen einer politischen Neu­ordnung, wobei er vor einem zu großen Einfluss des Militärs und der Eliten warnt. 

Im Zuge des geschei­terten Attentats vom 20. Juli 1944 werden die Verbin­dungen von Hermann Maaß zu den Wider­stands­kreisen offenbart. Hermann Maaß wird am 8. August 1944 fest­genommen. Bis zu seinem Prozess am 20. Oktober 1944 wird er mehrfach verlegt. Am 28. September 1944 wird er zusammen mit anderen Akteuren aus dem Wider­stand vom KZ Ravens­brück in das Zellen­gefängnis in der Lehrter Straße gebracht. Dort wird er bis zu seiner Ver­legung in das „Haus­gefängnis“ der Gestapo am 14. Oktober 1944 inhaftiert. 

Sechs Tage später wird Hermann Maaß vom „Volks­gerichts­hof” zum Tode verurteilt und noch am selben Tag in Berlin-Plötzen­see durch den Strang ermordet. 

Portrait: Hermann MaaßHermann Maaß