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Ewald Löser

11. April 1888, Storkow
23. Dezember 1970, Essen

Der Jurist Ewald Löser ist ab 1925 als Bei­geord­neter für den Deutschen Städte­tag tätig und lernt in dieser Zeit Carl Goerdeler kennen. Als dieser 1930 Ober­bürger­meister in Leipzig wird, über­nimmt Löser das Amt des Finanz­dezer­nenten und Bürger­meis­ters. Gemein­sam wehren sie sich im Früh­jahr 1933 gegen natio­nal­sozia­lis­tische Über­griffe. 

Nach seiner 1934 erfolgten Ent­lassung tritt Löser in den Vor­stand der Hotel­be­triebs AG Berlin ein und wechselt 1937 in den Vor­stand der Friedrich Krupp AG. Nach seiner Amts­ent­hebung über­nimmt er 1943/44 die Treu­hand­schaft über die Zweig­stellen des Philipps-Kon­zerns im deutsch besetzten Raum. 

Im Laufe des Jahres 1943 kann Carl Goerdeler ihn von der Not­wendig­keit eines Staats­streichs über­zeugen. Im Fall eines erfolg­reichen Umsturzes soll Ewald Löser Finanz­minis­ter werden. Nach dem Scheitern des Um­sturz­ver­suches vom 20. Juli 1944 wird er am 13. August fest­ge­nom­men und in der Prinz-Al­brecht-Straße 8 sowie im Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße inhaf­tiert. 

Am 20. Oktober 1944 steht er zunächst gemein­sam mit Julius Leber, Hermann Maaß, Adolf Reich­wein und Gustav Dahren­dorf vor dem „Volks­ge­richts­hof”, sein Ver­fahren wird jedoch abge­trennt. In der am 17. Januar 1945 statt­fin­den­den Ver­hand­lung täuscht Ewald Löser eine Erinnerungs­schwäche vor und wird zur Beobach­tung in die Heil- und Pflege­anstalt Wittenau bei Berlin ein­ge­wiesen. Dort wird er Ende April 1945 von der Roten Armee befreit. 

1947 wird er als ehe­maliges Mit­glied des Direk­to­riums im Krupp-Kon­zern im zehnten Nürn­ber­ger Nach­folge­pro­zess ange­klagt und im Juli 1948 zu sieben Jahren Haft ver­ur­teilt. 1951 wird er krank­heits­bedingt aus der Haft ent­lassen. 

Portrait: Ewald LöserEwald Löser, um 1937