Ewald Löser
23. Dezember 1970, Essen
Der Jurist Ewald Löser ist ab 1925 als Beigeordneter für den Deutschen Städtetag tätig und lernt in dieser Zeit Carl Goerdeler kennen. Als dieser 1930 Oberbürgermeister in Leipzig wird, übernimmt Löser das Amt des Finanzdezernenten und Bürgermeisters. Gemeinsam wehren sie sich im Frühjahr 1933 gegen nationalsozialistische Übergriffe.
Nach seiner 1934 erfolgten Entlassung tritt Löser in den Vorstand der Hotelbetriebs AG Berlin ein und wechselt 1937 in den Vorstand der Friedrich Krupp AG. Nach seiner Amtsenthebung übernimmt er 1943/44 die Treuhandschaft über die Zweigstellen des Philipps-Konzerns im deutsch besetzten Raum.
Im Laufe des Jahres 1943 kann Carl Goerdeler ihn von der Notwendigkeit eines Staatsstreichs überzeugen. Im Fall eines erfolgreichen Umsturzes soll Ewald Löser Finanzminister werden. Nach dem Scheitern des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944 wird er am 13. August festgenommen und in der Prinz-Albrecht-Straße 8 sowie im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert.
Am 20. Oktober 1944 steht er zunächst gemeinsam mit Julius Leber, Hermann Maaß, Adolf Reichwein und Gustav Dahrendorf vor dem „Volksgerichtshof”, sein Verfahren wird jedoch abgetrennt. In der am 17. Januar 1945 stattfindenden Verhandlung täuscht Ewald Löser eine Erinnerungsschwäche vor und wird zur Beobachtung in die Heil- und Pflegeanstalt Wittenau bei Berlin eingewiesen. Dort wird er Ende April 1945 von der Roten Armee befreit.
1947 wird er als ehemaliges Mitglied des Direktoriums im Krupp-Konzern im zehnten Nürnberger Nachfolgeprozess angeklagt und im Juli 1948 zu sieben Jahren Haft verurteilt. 1951 wird er krankheitsbedingt aus der Haft entlassen.















