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Bernhard Lösener

27. Dezember 1890, Fürstenberg (Oder)
28. August 1952, Köln

Bernhard Lösener tritt nach seiner Promotion in Rechts­wissen­schaften 1922 in die Zoll­amts­ver­waltung ein und ist zunächst beim Lan­des­finanz­amt Berlin-Bran­den­burg, ab 1929 beim Haupt­zoll­amt in Glatz und ab 1931 beim Lan­des­finanz­amt Neiße ein­gesetzt. 

Seit 1930 Mit­glied der NSDAP, wird Bern­hard Lösener im April 1933 ins Reichs­mi­niste­rium des Innern berufen, wo er im Juli 1933 zum Ober­re­gie­rungs­rat und 1935 zum Minis­terial­rat befördert wird. Als „Rasse­refe­rent” des Minis­teriums ist er an der Aus­arbei­tung der Nürn­ber­ger Gesetze sowie einer Viel­zahl von Durch­füh­rungs­ver­ordnun­gen betei­ligt. Zudem ist er Mit­ver­fasser eines 1937 erschie­ne­nen weiteren Kommen­tars zu den Nürn­berger Gesetzen und nimmt 1942 an der Nach­folge­konferenz der Wann­see­konfe­renz teil. 1943 scheidet er aus dem Innen­mi­niste­rium aus und wechselt in das Kriegs­schäden­amt im Reichs­verwal­tungs­gericht. 

Im August 1944 beher­bergt er den flüch­tigen Haupt­mann Ludwig Gehre, der zum Wider­stands­kreis im Amt Aus­land/Ab­wehr gehört. Lösener wird am 11. Novem­ber 1944 in Tor­gau fest­ge­nom­men und in die Ges­tapo-Son­der­abteilung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 ein­gelie­fert. 

Bern­hard Lösener, der am 3. Januar 1945 aus der NSDAP aus­geschlos­sen wird, wird am 21. April formal zur Justiz über­stellt und vier Tage später aus der Haft ent­lassen. Nach Kriegs­ende ist er in der Ober­finanz­direk­tion Köln tätig. 

Löseners Erinne­rungs­bericht über seine Tätig­keit im Reichs­mi­nis­terium des Innern, in dem er seine Tätig­keit recht­fertigt und sich als NS-Gegner stili­siert, erscheint 1961 post­hum.