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Hans Lobbes

27. April 1896, Belzig
16. Oktober 1965, Berlin (West)

Hans Lobbes tritt 1920 als Kriminal­kommissar-Anwär­ter in den Berliner Polizei­dienst ein und absol­viert daneben ein Studium der Rechts­wissen­schaft und Volks­wirt­schaft. 1922 wird er zum Kriminal­kommissar beför­dert. Lobbes, der 1933 in die NSDAP eintritt, steigt in den folgenden Jahren zum Leiter der Berliner Mord­kommis­sion auf. Ab 1937 hat er den Rang eines Kriminal­direktors inne und ist Referent im neu geschaffenen und von Arthur Nebe geleiteten Reichs­kriminal­polizeiamt. 

Arthur Nebe beruft ihn 1939 in die Sonder­kommis­sion zur Aufklärung des von Georg Elser verübten Attentats auf Hitler im Münchener Bürger­bräu­keller. Hans Lobbes leitet bei den Ermitt­lungen die soge­nannte Tat­ort­kommission. 

Sein Vorge­setzter Arthur Nebe, mit dem er seit den 1920er Jahren befreun­det ist, fällt im Rahmen der Pläne der Ver­schwörer die Aufgabe zu, am Tag des Um­sturz­ver­suchs rund fünf­zehn zuver­lässige Krimi­nal­beamte zur Ver­fügung zu stellen, um hohe Partei- und SS-Funktio­näre fest­zu­nehmen. Offen­bar weiht Nebe Lobbes in die Planungen ein. Am 20. Juli 1944 bleibt Nebe untätig, taucht jedoch am 24. Juli unter. 

Hans Lobbes wird am 14. August 1944 unter dem Ver­dacht der Mit­wisser­schaft fest­genom­men und in die Prinz-Albrecht-Straße 8 gebracht. Am 17. Januar 1945 wird er in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 über­stellt. Laut Haft­buch wird er am 30. Januar in das Gefängnis Potsdam verlegt. Am 14. April 1945 wird Hand Lobbes vom „Volks­ge­richts­hof” zu zwei Jahren Gefäng­nis verurteilt.

1951 wird Hans Lobbes zum Aufbau des Bundes­krimi­nal­polizei­amtes berufen. 

Portrait: Hans LobbesHans Lobbes, um 1945