Hans Lobbes
16. Oktober 1965, Berlin (West)
Hans Lobbes tritt 1920 als Kriminalkommissar-Anwärter in den Berliner Polizeidienst ein und absolviert daneben ein Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft. 1922 wird er zum Kriminalkommissar befördert. Lobbes, der 1933 in die NSDAP eintritt, steigt in den folgenden Jahren zum Leiter der Berliner Mordkommission auf. Ab 1937 hat er den Rang eines Kriminaldirektors inne und ist Referent im neu geschaffenen und von Arthur Nebe geleiteten Reichskriminalpolizeiamt.
Arthur Nebe beruft ihn 1939 in die Sonderkommission zur Aufklärung des von Georg Elser verübten Attentats auf Hitler im Münchener Bürgerbräukeller. Hans Lobbes leitet bei den Ermittlungen die sogenannte Tatortkommission.
Sein Vorgesetzter Arthur Nebe, mit dem er seit den 1920er Jahren befreundet ist, fällt im Rahmen der Pläne der Verschwörer die Aufgabe zu, am Tag des Umsturzversuchs rund fünfzehn zuverlässige Kriminalbeamte zur Verfügung zu stellen, um hohe Partei- und SS-Funktionäre festzunehmen. Offenbar weiht Nebe Lobbes in die Planungen ein. Am 20. Juli 1944 bleibt Nebe untätig, taucht jedoch am 24. Juli unter.
Hans Lobbes wird am 14. August 1944 unter dem Verdacht der Mitwisserschaft festgenommen und in die Prinz-Albrecht-Straße 8 gebracht. Am 17. Januar 1945 wird er in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 überstellt. Laut Haftbuch wird er am 30. Januar in das Gefängnis Potsdam verlegt. Am 14. April 1945 wird Hand Lobbes vom „Volksgerichtshof” zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.
1951 wird Hans Lobbes zum Aufbau des Bundeskriminalpolizeiamtes berufen.


