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Hermann Lindemann

22. Mai 1897, Görsbach
2. Oktober 1954, Frankfurt am Main

Nach seiner Lehrer­aus­bildung nimmt Hermann Lindemann als Frei­williger am Ersten Welt­krieg teil und wird 1918 als Unter­offizier ent­lassen. 1922 tritt er in die SPD ein und beginnt eine Karriere im Kommunal­dienst, 1926 wird er Zweiter Bürger­meister in Neu­münster und 1930 Erster Bürger­meister in Senften­berg. 1932 tritt er aus der SPD aus und wird Mitglied der Deutsch­natio­nalen Volks­partei (DNVP). 

Nach der Macht­über­nahme der Natio­nal­sozialis­ten wird Hermann Lindemann als Bürger­meister ent­lassen. In den folgenden Jahren beteiligt er sich unter anderem an der Dresdener Druck­maschinen Ritter GmbH und der Awog Ange­stellten-Wohnungs­bau GmbH in Berlin. 

Sein Vetter, der General Fritz Lindemann, wendet sich auf seiner Flucht nach dem gescheiterten Umsturz­versuch vom 20. Juli 1944 an ihn und Hermann Lindemann macht falsche Aussagen gegenüber der Gestapo und vermittelt ihm Quartier­geber. 

Hermann Lindemann wird am 1. September 1944 fest­genommen und in die Gesta­po-Abteilung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 einge­liefert. Zwischen­zeitlich im Gefängnis Tegel inhaftiert, wird er am 7. Oktober erneut in das Zellen­gefäng­nis verlegt. 

Am 1. Dezember 1944 wird er vom „Volks­gerichts­hof” zu zehn Jahren Zucht­haus verur­teilt. Anschließend wird Hermann Lindemann in das Zucht­haus Branden­burg-Görden über­stellt, wo er am Ende April 1945 von sowje­tischen Truppen befreit wird.

Portrait: Hermann LindemannHermann Lindemann, 1. Dezember 1944