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Franz Leuninger

28. Dezember 1898, Mengerskirchen
1. März 1945, Berlin-Plötzensee

Franz Leuninger wird als drittes von neun Kindern einer katho­lischen Bauern­familie geboren. Er erlernt das Maurer­hand­werk und schließt sich dem christ­lichen Bau­arbei­ter­verband an, dessen haupt­amt­licher Lokal­sekretär er 1922 in Aachen wird. 1927 wird er als Bezirks­leiter für den schle­sischen Raum nach Breslau berufen. Als Mit­glied der Zen­trums­partei zieht er 1930 ins Breslauer Stadt­parla­ment ein und kandi­diert im März 1933 für den Reichs­tag. 

Nach der Zerschla­gung der Gewerk­schaften wird Leuninger Geschäfts­führer der gemein­nützigen Breslauer Sied­lungs­ge­sell­schaft „Deutsches Heim”, unter­stützt Verfolgte und Gegner des NS-Regimes und hält Ver­bin­dungen zu politisch Gleich­gesinnten aufrecht. Zutiefst vom ver­breche­rischen Charakter des Natio­nal­sozialis­mus über­zeugt, arbeitet er eng mit Fritz Voigt und Oswald Wiersich zusammen und steht seit 1942 in Verbin­dung mit Jakob Kaiser, den er mehrfach in Berlin trifft. Er hat zudem Kontakt zu den Wider­stands­kreisen um Carl Goerdeler und Ludwig Beck und wird von den Ver­schwörern für ein führendes Amt in einer neuen Regierung in Breslau gewonnen. 

Nach dem Scheitern des Umsturz­ver­suches vom 20. Juli 1944 wird er am 26. September in Breslau festge­nommen und nach Berlin gebracht. Er wird zunächst im Zellen­bau des KZ Ravens­brück inhaf­tiert und am 19. Oktober 1944 in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 über­stellt. Am 26. Februar 1945 wird er vom „Volks­ge­richts­hof” zum Tode verurteilt, am 1. März nach Plötzen­see über­stellt und dort noch am selben Tag ermor­det.

Zwei Tage darauf wurde er tat­säch­lich zum Tode verur­teilt. Noch­mals gelang es, ihm zwei heilige Kommunionen zukommen zu lassen. In der gleichen Woche, an einem Herz-Jesu-Freitag, brachte man ihn zur Hinrich­tung. Und nun war er völlig gefasst, ruhig, stark; er zeigte keine Todes­angst mehr. Seine letzten Worte waren: ‚Herr, sorge für meine Familie! Ich opfere mein Leben auf für die Freiheit der katho­lischen Kirche.‘

Erinnerungsbericht von Pater Augustin Rösch, dem es gelang, seinen Mithäftling Franz Leuninger in der Lehrter Straße seelsorgerisch zu betreuen

Quelle: Augustin Rösch, Kampf gegen den Nationalsozialismus, Frankfurt am Main 1985, S. 437.

Portrait: Franz LeuningerFranz Leuninger