Friedrich Leon
23. September 1983, Innsbruck
Friedrich Leon entstammt einer Kärntner Verlegerfamilie. Nach einem Maschinenbaustudium ist er als Planungsingenieur und technischer Leiter für verschiedene amerikanische, österreichische und deutsche Unternehmen tätig. Ab 1929 arbeitet Leon für die Mauser Werke in Oberndorf (Neckar) und übernimmt 1934 die Leitung des Berliner Werkes. 1937 wechselt er als Ingenieur zur Veltener Maschinenbau GmbH.
Seit dem Winter 1942/43 steht er in Kontakt mit Ludwig Gehre, der zum Widerstandskreis im Amt Ausland/Abwehr gehört. Gehre wird im März 1944 festgenommen, kann jedoch fliehen und sich mit Hilfe eines breiten Kreises von Unterstützerinnen und Unterstützern bis November 1944 verbergen. Friedrich Leon versorgt Gehre während der Flucht mit Geld und Lebensmitteln. Nach seiner Festnahme macht Ludwig Gehre, der schwer gefoltert wird, Aussagen zu seinen Helfern und Helferinnen.
Am 22. Dezember 1944 wird Friedrich Leon festgenommen und in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert. Am 19. April 1945 erhält er dort die Anklageschrift des Oberreichsanwalts beim „Volksgerichtshof” zugestellt. Ein für den folgenden Tag anberaumter Prozess wird jedoch vertagt und findet aufgrund der Kriegsentwicklung nicht mehr statt. Am 23. April wird Friedrich Leon formal der Justiz überstellt und zwei Tage später aus der Haft entlassen.
Während der Haft fertigt Friedrich Leon eine Reihe von Zeichnungen an, die unter den Häftlingen kursieren. Sie dokumentieren in ironischer Weise den Haftalltag und stellen ein Mittel der Selbstbehauptung und mentalen Bewältigung der Haftsituation dar.
Nach Kriegsende kehrt Leon nach Österreich zurück und hat hohe Ämter im Außenhandelsamt und im Wirtschaftssekretariat der Tiroler Landesregierung inne.























