Otto Lenz
2. Mai 1957, Neapel
Otto Lenz gehört in der Weimarer Republik der Zentrumspartei an und wird im Anschluss an seine Tätigkeit als Amts- und Landrichter 1932 Pressereferent des preußischen Justizministers. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird er von dieser Aufgabe entbunden, scheidet 1938 ganz aus dem Justizministerium aus und lässt sich als Rechtsanwalt nieder.
Vor dem Reichskriegsgericht verteidigt Lenz 1943 seinen Kollegen Josef Müller, der im Auftrag von Ludwig Beck über den Vatikan Verbindungen mit den Alliierten aufnehmen sollte. Auch Lenz ist den Verschwörern um Beck und Carl Goerdeler verbunden und wird von ihnen als Staatssekretär im Reichskanzleramt oder als Verkehrsminister vorgesehen.
Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs wird Lenz von der Gestapo festgenommen und am 4. Oktober 1944 in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert. Er wird am 19. Januar 1945 vom „Volksgerichtshof“ wegen „Landesverrats” zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Die letzten Wochen seiner Haft bis zur Befreiung durch die sowjetischen Truppen verbringt Lenz im Zuchthaus Brandenburg-Görden.
Nach 1945 gehört er zu den Mitbegründern der CDU in Berlin. Otto Lenz ist zwischen 1951 und 1953 als Staatssekretär Chef des Bundeskanzleramts.


























