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Paul Lejeune-Jung

16. März 1882, Köln
8. September 1944, Berlin-Plötzensee

Paul Lejeune-Jung stammt aus einer Hugenotten­familie, wird jedoch katholisch erzo­gen und legt 1901 in Paderborn das Abitur ab. Nach dem Studium der Geschichte und Philosophie promo­viert er und heiratet 1913 Hedwig Folttmann, mit der er acht Kinder hat. Nach einer kurzen Verwen­dung in einem Seuchen­lazarett und der Kriegs­rohstoff­abteilung des Preußischen Kriegs­ministeriums während des Ersten Weltkrieges, ist er seit 1921 der Ge­schäfts­führer des Vereins Deutscher Zell­stoff-Fabrikanten.

Paul Lejeune-Jung wird im Mai 1924 für die Deutsch­nationale Volks­partei (DNVP) in den Reichs­tag gewählt, wo er dem gemäßigten Flügel der Par­tei ange­hört, der eine grund­sätzliche Mit­arbeit in der Weimarer Repu­blik anstrebt. Nach dem Sieg radikaler Kräfte und sei­nem Aus­tritt aus der DNVP ist er Mit­gründer der Kon­servativen Volks­partei, die zunehmenden rechts­radikalen Tenden­zen ent­gegen­tritt. Ab 1933 darf er sich politisch nicht mehr betätigen. 

Um die Jahreswende 1941/42 ver­mittelt der frühere Gewerk­schafter Max Habermann den Kontakt zu Carl Goerdeler. Auf dessen Bitte hin ver­fasst Lejeune-Jung im Früh­sommer 1943 eine Denk­schrift über die Gestal­tung der deutschen Wirt­schaft nach Kriegs­ende. In seiner Wohnung finden Besprechungen mit Max Habermann, Jakob Kaiser, Wilhelm Leuschner und Josef Wirmer, auch mit Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg und Ulrich-Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld statt. Dabei schlägt Goerdeler Lejeune-Jung als Wirt­schafts­minister vor. 

Nach dem Schei­tern des Umsturz­versuchs wird er am 11. August 1944 fest­genommen und im Zellen­gefäng­nis in der Lehrter Straße 3 inhaf­tiert. Zusammen mit anderen Verschwörern wird Paul Lejeune-Jung am 8. September 1944 vom „Volksgerichts­hof“ zum Tode verur­teilt und am sel­ben Tag in Berlin-Plötzensee ermor­det.

Portrait: Paul Lejeune-JungPaul Lejeune-Jung