Paul Lejeune-Jung
8. September 1944, Berlin-Plötzensee
Paul Lejeune-Jung stammt aus einer Hugenottenfamilie, wird jedoch katholisch erzogen und legt 1901 in Paderborn das Abitur ab. Nach dem Studium der Geschichte und Philosophie promoviert er und heiratet 1913 Hedwig Folttmann, mit der er acht Kinder hat. Nach einer kurzen Verwendung in einem Seuchenlazarett und der Kriegsrohstoffabteilung des Preußischen Kriegsministeriums während des Ersten Weltkrieges, ist er seit 1921 der Geschäftsführer des Vereins Deutscher Zellstoff-Fabrikanten.
Paul Lejeune-Jung wird im Mai 1924 für die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) in den Reichstag gewählt, wo er dem gemäßigten Flügel der Partei angehört, der eine grundsätzliche Mitarbeit in der Weimarer Republik anstrebt. Nach dem Sieg radikaler Kräfte und seinem Austritt aus der DNVP ist er Mitgründer der Konservativen Volkspartei, die zunehmenden rechtsradikalen Tendenzen entgegentritt. Ab 1933 darf er sich politisch nicht mehr betätigen.
Um die Jahreswende 1941/42 vermittelt der frühere Gewerkschafter Max Habermann den Kontakt zu Carl Goerdeler. Auf dessen Bitte hin verfasst Lejeune-Jung im Frühsommer 1943 eine Denkschrift über die Gestaltung der deutschen Wirtschaft nach Kriegsende. In seiner Wohnung finden Besprechungen mit Max Habermann, Jakob Kaiser, Wilhelm Leuschner und Josef Wirmer, auch mit Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg und Ulrich-Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld statt. Dabei schlägt Goerdeler Lejeune-Jung als Wirtschaftsminister vor.
Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs wird er am 11. August 1944 festgenommen und im Zellengefängnis in der Lehrter Straße 3 inhaftiert. Zusammen mit anderen Verschwörern wird Paul Lejeune-Jung am 8. September 1944 vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und am selben Tag in Berlin-Plötzensee ermordet.






















