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Wilhelm Leist

2. Januar 1899, Berlin
10. April 1945, Berlin-Plötzensee

Der Dreher Wilhelm Leist gerät im Ersten Welt­krieg in Kriegs­gefan­gen­schaft, aus der er erst im September 1919 entlas­sen wird. 1920 hei­ratet er Anna, geborene Rittig, mit der er die Töch­ter Erika und Elfrie­de und den Sohn Harry bekommt. Wilhelm Leist, der vor 1933 der KPD ange­hört und gewerk­schaft­lich im Deut­schen Metall­arbei­ter­verband orga­nisiert ist, ist erklärter Gegner des Natio­nal­sozia­lis­mus. 

Bereits 1933 zeit­weilig fest­ge­nommen, gründet er nach der Ent­las­sung aus der Haft eine betrieb­liche Wider­stands­gruppe an seinem Arbeits­platz, der Turbinen­fabrik der AEG in der Hutten­straße. Er wird als einer der ersten der Betriebs­gruppe bereits im November 1944 fest­genom­men.

Am 7. März 1945 wird Wilhelm Leist in die Ges­ta­po-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nis­ses Lehrter Straße 3 ein­geliefert, wo auch schon viele seiner Kollegen auf ihren Prozess warten, der am 20. und 21. März vor dem Kam­mer­gericht Berlin statt­findet. 

Wilhelm Leist wird zusam­men mit fünf seiner Kollegen zum Tode ver­urteilt und am 10. April 1945 im Straf­gefäng­nis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Ich durfte ihn für zehn Minuten sprechen. Fast hätte ich ihn nicht wiedererkannt. Er kam angeschlurft wie ein alter Mann, die Finger waren gebrochen.

Der Freund der Mutter, der hier seinen Eindruck schildert, besucht Wilhelm Leist kurz vor der Hinrichtung in Plötzensee

Quelle: Landesarchiv Berlin

Portrait: Wilhelm LeistWilhelm Leist