Georg Leichtmann
18. April 1945, Berlin-Plötzensee
Der Maschinenschlosser Georg Leichtmann ist Mitglied der KPD. 1929 heiratet er Margarete, geb. Korpel, die bei der AEG arbeitet, mit der er ein Kind bekommt.
1937 lernt Georg Leichtmann den schwedischen Jungsozialisten Arvid Lundgren kennen. Als Lundgren 1943 Fahrer bei der Schwedischen Gesandtschaft wird, führt Leichtmann ihn in die Gruppe ehemaliger „Fichte”-Sportler um Erich Dawideit, Ernst Nielsen und Grete Schöneck ein. Mit ihnen führt er Solidaritätsaktionen für sowjetische Kriegsgefangene durch.
Georg Leichtmann wird wegen seiner vielfältigen Kontakte zu kommunistischen Widerstandsgruppen – unter anderem auch zu der Betriebsgruppe in der AEG Drontheimer Straße – seit 1942 von der Gestapo gesucht, kann sich aber lange der Verfolgung entziehen.
Er wird am 7. Dezember 1944 festgenommen. Als er zu fliehen versucht, wird er angeschossen und in das Krankenlager des KZ Ravensbrück gebracht. Nach seiner Entlassung wird er erneut festgenommen und am 21. Februar 1945 in das Zellengefängnis Lehrter Straße eingeliefert. Das Kammergericht verurteilt ihn am 24. März 1945 zusammen mit Willi Bartsch zum Tode.
Georg Leichtmann ist einer der letzten, die im April 1945 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet werden. Das Todesurteil wird am 18. April 1945 vollstreckt, wenige Tage vor der Befreiung durch die Rote Armee am 25. April 1945.
Ich habe dann ein Gnadengesuch beim Rechtsanwalt Puthz eingereicht. Leider war alles umsonst. Die Russen kamen 14 Tage zu spät und ich verlor meinen guten Lebenskameraden. ... Er ließ mich mit Absicht solange im Unklaren, weil er immer eine Verhaftung befürchtete.
Margarete Leichtmann geb. Korpel über die Hinrichtung ihres Mannes, 19. Juni 1945
Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 6209



