Helmut Lehmann
9. Februar 1959, Berlin (Ost)
Helmut Lehmann absolviert eine Lehre als Zimmermann, kann den Beruf jedoch nach einem Unfall nicht mehr ausüben. 1903 wird er Abteilungsleiter der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Berlin und tritt in die SPD ein. 1914 wird er geschäftsführender Vorsitzender des Hauptverbandes Deutscher Ortskrankenkassen in Dresden. Ab 1921 ist Helmut Lehmann Mitglied im Beirat des Zentralverbands der Angestellten.
Im März 1933 wird er seines Amtes enthoben und erstmals für mehrere Wochen in Haft genommen. Er hält jedoch weiterhin den Kontakt zu politischen Freunden wie Wilhelm Leuschner und sammelt frühere Sozialdemokraten und Gewerkschafter um sich.
Nach dem Scheitern der Verschwörung am 20. Juli 1944 sucht ihn wenige Tage später der flüchtige Carl Goerdeler auf. Am 24. August 1944 wird Helmut Lehmann festgenommen und in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert. Am 18. Januar 1945 wird er vom „Volksgerichtshof” zu einem Jahr Haft verurteilt und am 25. März in das Gefängnis Tegel überstellt. Hier wird Helmut Lehmann am 22. April 1945 von der Roten Armee befreit.
Nach Kriegsende gehört Helmut Lehmann zu den Mitbegründern der SPD in der Sowjetischen Besatzungszone und ist nach 1946 Mitglied im Parteivorstand bzw. dem Zentralkomitee der SED. Von 1950 bis 1959 ist er Vorsitzender des Zentralausschusses der Sozialversicherung in der DDR.
















