Julius Leber
5. Januar 1945, Berlin-Plötzensee
Julius Leber, der in kleinbäuerlichen Verhältnissen aufwächst, kann mit einem Stipendium die Oberrealschule besuchen und absolviert ein Studium der Geschichte und Nationalökonomie. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg wird er Redakteur und später Chefredakteur des „Lübecker Volksboten”. Seit November 1921 gehört der Sozialdemokrat der Lübecker Bürgerschaft an und wird im Mai 1924 zudem für die SPD in den Deutschen Reichstag gewählt. Unermüdlich setzt sich Julius Leber für den Erhalt der Republik ein und gehört dem Republikschutzbund Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold an.
Am Tag nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler wird Julius Leber gemeinsam mit zwei Reichsbanner-Kameraden in Lübeck von SA-Männern überfallen und schwer verletzt. Einer der Angreifer stirbt, woraufhin alle Beteiligten festgenommen werden. Julius Leber wird zunächst gegen Kaution freigelassen, jedoch am 23. März 1933 erneut festgenommen und schließlich zu zwanzig Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Haftverbüßung wird er in den Konzentrationslagern Esterwegen und Sachsenhausen festgehalten und kommt erst 1937 frei.
Schon bald sucht er wieder Verbindung zu Gleichgesinnten und findet zur Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis. Julius Leber, der nach einem gelungenen Umsturz Reichskanzler oder Innenminister werden soll, wird am 5. Juli 1944 festgenommen.
Am 27. Juli wird er in die Sicherheitspolizeischule Drögen gebracht und von Angehörigen der „Sonderkommission 20. Juli” verhört und schwer misshandelt. Von dort wird er Anfang August in den Zellenbau des KZ Ravensbrück verlegt und am 28. September in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 überstellt. Hier bleibt es bis zu seiner erneuten Verlegung in das „Hausgefängnis“ der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße 8 am 14. Oktober 1944.
Julius Leber wird am 20. Oktober 1944 vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und am 5. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee ermordet.




















