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Julius Leber

16. November 1891, Biesheim
5. Januar 1945, Berlin-Plötzensee

Julius Leber, der in klein­bäuer­lichen Verhält­nissen auf­wächst, kann mit einem Stipen­dium die Ober­real­schule besuchen und absol­viert ein Studium der Geschichte und National­öko­nomie. Nach der Teil­nahme am Ersten Welt­krieg wird er Redak­teur und später Chef­redakteur des „Lübecker Volks­boten”. Seit November 1921 gehört der Sozial­demo­krat der Lübecker Bürger­schaft an und wird im Mai 1924 zudem für die SPD in den Deutschen Reichs­tag gewählt. Uner­müd­lich setzt sich Julius Leber für den Erhalt der Republik ein und gehört dem Repu­blik­schutz­bund Reichs­banner Schwarz-Rot-Gold an. 

Am Tag nach der Ernennung Hitlers zum Reichs­kanzler wird Julius Leber gemein­­sam mit zwei Reichs­banner-Kame­raden in Lübeck von SA-Männern über­fallen und schwer ver­letzt. Einer der Angreifer stirbt, worauf­hin alle Beteiligten fest­genom­men werden. Julius Leber wird zunächst gegen Kaution frei­gelassen, jedoch am 23. März 1933 erneut fest­genom­men und schließlich zu zwanzig Monaten Gefängnis verur­teilt. Nach der Haft­verbüßung wird er in den Kon­zen­trations­lagern Ester­wegen und Sachsen­hausen festge­halten und kommt erst 1937 frei. 

Schon bald sucht er wieder Ver­bindung zu Gleich­ge­sinnten und findet zur Wider­stands­gruppe Kreisauer Kreis. Julius Leber, der nach einem gelungenen Umsturz Reichs­kanzler oder Innen­minister werden soll, wird am 5. Juli 1944 fest­genommen. 

Am 27. Juli wird er in die Sicher­heits­polizei­schule Drögen gebracht und von Ange­hörigen der „Sonder­kom­mission 20. Juli” ver­hört und schwer miss­handelt. Von dort wird er Anfang August in den Zellen­bau des KZ Ravens­brück verlegt und am 28. September in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 überstellt. Hier bleibt es bis zu seiner erneuten Ver­legung in das „Haus­gefäng­nis“ der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße 8 am 14. Oktober 1944. 

Julius Leber wird am 20. Oktober 1944 vom „Volks­ge­richts­hof” zum Tode verurteilt und am 5. Januar 1945 in Berlin-Plötzen­see ermordet.

Portrait: Julius LeberJulius Leber