Herbert Langowski
18. September 1962, Berlin (Ost)
Herbert Langowski arbeitet nach seiner Dreherlehre ein Jahr als Geselle und dann als Hilfsarbeiter. 1929 tritt er in die KPD und in die Rote Hilfe ein und besucht ein Jahr lang die marxistische Arbeiterschule.
Im März 1933 kommt er wegen seiner Teilnahme an der Rettung der Parteibibliothek für sechs Wochen in „Schutzhaft”. Im Oktober 1933 entgeht er nur knapp einer weiteren Festnahme, nachdem er mit seiner Widerstandsgruppe Zeitungen gedruckt, Versammlungen organisiert und Geld zur Unterstützung von Verfolgten gesammelt hat.
Ab 1934 arbeitet Herbert Langowski in der AEG-Turbinenfabrik in Moabit und schließt sich dort der Widerstandsgruppe um Wilhelm Leist an. 1942 wird er zur Turbon Werke GmbH in Reinickendorf-Ost dienstverpflichtet und baut auch dort eine Widerstandsgruppe auf.
Nach dem Versuch, über seine AEG-Kontakte mit einer KPD-Bezirksleitung in Kontakt zu treten, wird Herbert Langowski am 22. Februar 1945 festgenommen und im Zellengefängnis Lehrter Straße 3 inhaftiert.
Das Kammergericht Berlin verurteilt ihn am 21. März 1945 zu sechs Jahren Zuchthaus. Er wird in das Lager Griebo bei Coswig (Anhalt) überführt und dort schwer erkrankt am 26. April 1945 von der Roten Armee befreit. Von der Haft trägt er lebenslange gesundheitliche Schäden davon.
Nur dem Umstand, daß ich trotz der Folterung durch die Gestapo, die meine Genossen von mir wissen wollte, standhaft blieb, und auch die 18 verhafteten Arbeiter aus meinem Betrieb nichts preisgaben, verdanke ich mein Leben. Nach einem 3 ½ tägigen grauenvollen Transport auf einem Lastkahn kamen wir in das Lager Griebo an der Elbe an. In der Lehrterstraße und in Moabit zog ich mir eine Nervenlähmung im linken Bein zu, in Griebo bekam ich noch einen ruhrartigen Durchfall sodaß ich bei meiner Befreiung durch die Rote Armee am 26. April 1945 nur noch 84 Pfund wog. In der Freiheit brach ich zusammen.
Herbert Langowski über die Verhöre und die Haft im Zellengefängnis und im Zuchthaus Griebo, 21. November 1945
Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 6095

