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Herbert Langowski

16. Mai 1901, Berlin
18. September 1962, Berlin (Ost)

Herbert Langowski arbeitet nach seiner Dreher­lehre ein Jahr als Geselle und dann als Hilfs­arbeiter. 1929 tritt er in die KPD und in die Rote Hilfe ein und besucht ein Jahr lang die marxis­tische Ar­beiter­schule. 

Im März 1933 kommt er wegen seiner Teil­nahme an der Rettung der Partei­biblio­thek für sechs Wochen in „Schutz­haft”. Im Okto­ber 1933 entgeht er nur knapp einer weiteren Fest­nahme, nachdem er mit seiner Wider­stands­gruppe Zeitun­gen gedruckt, Versamm­lungen orga­nisiert und Geld zur Unter­stüt­zung von Ver­folgten gesam­melt hat. 

Ab 1934 arbeitet Herbert Langowski in der AEG-Tur­binen­fabrik in Moabit und schließt sich dort der Wider­stands­gruppe um Wilhelm Leist an. 1942 wird er zur Turbon Werke GmbH in Reinicken­dorf-Ost dienst­ver­pflich­tet und baut auch dort eine Wider­stands­gruppe auf. 

Nach dem Ver­such, über seine AEG-Kontakte mit einer KPD-Bezirks­leitung in Kontakt zu treten, wird Herbert Langowski am 22. Februar 1945 fest­ge­nommen und im Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 inhaf­tiert. 

Das Kammer­gericht Berlin ver­urteilt ihn am 21. März 1945 zu sechs Jahren Zucht­haus. Er wird in das Lager Griebo bei Coswig (Anhalt) überführt und dort schwer erkrankt am 26. April 1945 von der Roten Armee befreit. Von der Haft trägt er lebens­lange gesund­heitliche Schäden davon.   

Nur dem Umstand, daß ich trotz der Folterung durch die Gestapo, die meine Genossen von mir wissen wollte, stand­haft blieb, und auch die 18 verhafteten Arbeiter aus meinem Betrieb nichts preis­gaben, verdanke ich mein Leben. Nach einem 3 ½ tägigen grauenvollen Transport auf einem Lastkahn kamen wir in das Lager Griebo an der Elbe an. In der Lehrter­straße und in Moabit zog ich mir eine Nerven­lähmung im linken Bein zu, in Griebo bekam ich noch einen ruhrartigen Durchfall sodaß ich bei meiner Befreiung durch die Rote Armee am 26. April 1945 nur noch 84 Pfund wog. In der Freiheit brach ich zusammen.

Herbert Langowski über die Verhöre und die Haft im Zellengefängnis und im Zuchthaus Griebo, 21. November 1945

Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 6095