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Adolf Lampe

8. April 1897, Frankfurt am Main
9. Februar 1948, Reinhausen bei Göttingen

Adolf Lampe stammt aus einer liberalen Frank­furter Kauf­manns­familie. Nach dem mit einer Promo­tion abge­schlos­senen Studium der Natio­nal­ökono­mie ist er als Assis­tent bei Adolf Weber tätig und habi­litiert sich. 1926 wird er als Professor der Staats­wissen­schaften nach Freiburg berufen, wo sich mit der „Frei­burger Schule” ein Zentrum der liberalen National­ökono­mie heraus­bildet. 

Dem National­sozialis­mus und der NS-Wirt­schafts­politik steht er kritisch gegen­über und wird mehr­fach denun­ziert. Er gehört zu einem Kreis der Beken­nenden Kirche und ist nach den Novem­ber­pogromen 1938 Mitbe­gründer des oppo­sitio­nellen Frei­burger Kreises, in dem er mit Kollegen, Juristen und Theo­logen eine neue liberale Wirt­schafts­ordnung vorbe­reitet.  

Aufgrund des Kontakts zu Carl Goerdeler, den er wirt­schafts­poli­tisch berät, sowie zu Ange­hörigen des Kreisauer Kreises wird Adolf Lampe am 8. Septem­ber 1944 in Freiburg festge­nommen und fünf Tage später in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße einge­liefert. Von Anfang Oktober bis zum 30. November ist er im Zellen­bau des KZ Ravens­brück inhaftiert. Am 25. April 1945 wird er aus der Haft entlassen. 

Im Sommer 1945 nimmt er seine Uni­versitäts­tätigkeit in Frei­burg wieder auf. Im März 1946 wird er von der fran­zösischen Militär­besatzung festge­nommen und bis Ende Juli im KZ Betzen­hausen bei Freiburg festge­halten. Ihm wird fälsch­licher­weise vorge­worfen, mit der Studie „Allge­meine Wehr­wirt­schafts­lehre” (1938) zur Vorbe­reitung des Totalen Krieges beige­tragen zu haben. Am 9. Februar 1948 stirbt Adolf Lampe an den Folgen der Haft in Rein­hausen bei Göttingen.  

Ich wurde am 8. September 1944 gemein­sam mit Herrn [Constantin] von Dietze verhaftet ... . Wir wurden zunächst im Zentral­gefängnis in Freiburg einge­liefert und sind von dort etwa am 13. oder 14. September nach Berlin verbracht worden in die Haftan­stalt Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3. Von dort kamen wir, eben­falls noch gemeinsam, in das im Konzen­trations­lager Fürsten­berg, Mecklen­burg, gelegene Gefängnis. Dort fanden die Ver­neh­mungen statt (bei denen ich zwar gelinder wegkam als viele andere Häftlinge, aber auch mißhan­delt wurde). Nach Abschluß der Ver­neh­mungen wurde ich (früher als Herr Dietze) am 30. November 1944 wieder in die Haft­anstalt Zellen­gefängnis Lehrer verbracht und blieb dort bis zu unserer gemein­samen Befreiung am 25. April 1945.

Adolf Lampe über seine und Constantin von Dietzes Haft, 10. November 1946

Quelle: Archiv Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944

Portrait: Adolf LampeAdolf Lampe