Adolf Lampe
9. Februar 1948, Reinhausen bei Göttingen
Adolf Lampe stammt aus einer liberalen Frankfurter Kaufmannsfamilie. Nach dem mit einer Promotion abgeschlossenen Studium der Nationalökonomie ist er als Assistent bei Adolf Weber tätig und habilitiert sich. 1926 wird er als Professor der Staatswissenschaften nach Freiburg berufen, wo sich mit der „Freiburger Schule” ein Zentrum der liberalen Nationalökonomie herausbildet.
Dem Nationalsozialismus und der NS-Wirtschaftspolitik steht er kritisch gegenüber und wird mehrfach denunziert. Er gehört zu einem Kreis der Bekennenden Kirche und ist nach den Novemberpogromen 1938 Mitbegründer des oppositionellen Freiburger Kreises, in dem er mit Kollegen, Juristen und Theologen eine neue liberale Wirtschaftsordnung vorbereitet.
Aufgrund des Kontakts zu Carl Goerdeler, den er wirtschaftspolitisch berät, sowie zu Angehörigen des Kreisauer Kreises wird Adolf Lampe am 8. September 1944 in Freiburg festgenommen und fünf Tage später in das Zellengefängnis Lehrter Straße eingeliefert. Von Anfang Oktober bis zum 30. November ist er im Zellenbau des KZ Ravensbrück inhaftiert. Am 25. April 1945 wird er aus der Haft entlassen.
Im Sommer 1945 nimmt er seine Universitätstätigkeit in Freiburg wieder auf. Im März 1946 wird er von der französischen Militärbesatzung festgenommen und bis Ende Juli im KZ Betzenhausen bei Freiburg festgehalten. Ihm wird fälschlicherweise vorgeworfen, mit der Studie „Allgemeine Wehrwirtschaftslehre” (1938) zur Vorbereitung des Totalen Krieges beigetragen zu haben. Am 9. Februar 1948 stirbt Adolf Lampe an den Folgen der Haft in Reinhausen bei Göttingen.
Ich wurde am 8. September 1944 gemeinsam mit Herrn [Constantin] von Dietze verhaftet ... . Wir wurden zunächst im Zentralgefängnis in Freiburg eingeliefert und sind von dort etwa am 13. oder 14. September nach Berlin verbracht worden in die Haftanstalt Zellengefängnis Lehrter Straße 3. Von dort kamen wir, ebenfalls noch gemeinsam, in das im Konzentrationslager Fürstenberg, Mecklenburg, gelegene Gefängnis. Dort fanden die Vernehmungen statt (bei denen ich zwar gelinder wegkam als viele andere Häftlinge, aber auch mißhandelt wurde). Nach Abschluß der Vernehmungen wurde ich (früher als Herr Dietze) am 30. November 1944 wieder in die Haftanstalt Zellengefängnis Lehrer verbracht und blieb dort bis zu unserer gemeinsamen Befreiung am 25. April 1945.
Adolf Lampe über seine und Constantin von Dietzes Haft, 10. November 1946
Quelle: Archiv Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944







