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Richard von Kühlmann

3. Mai 1873, Konstantinopel (Istanbul)
6. Februar 1948, Ohlstadt (Oberbayern)

Der Jurist Richard von Kühlmann tritt 1899 in den diploma­tischen Dienst ein, geht 1908 als Bot­schafts­rat nach London und wird 1916 Bot­schafter in Konstan­tinopel. Im August 1917 über­nimmt er das Amt des Staats­sekretärs im Auswärtigen Amt und damit die Führung der deutschen Außen­politik. Im Dezember 1917 ist er Ver­hand­lungsführer der deutschen Dele­gation bei den Verhand­lungen zum Friedens­vertrag von Brest-Litowsk, die den Krieg zwischen Deutsch­land und Sowjet­russland im März 1918 beenden. Er kann sich jedoch mit seinen poli­tischen Vor­stellungen, die sich gegen gewalt­same Annexionen richten und eine Ver­hand­lungs­lösung favori­sieren, nicht durch­setzen und tritt im Juli 1918 von seinem Amt zurück und zieht sich aus dem diploma­tischen Dienst zurück. 

Richard von Kühlmann wird nach dem geschei­terten Umsturz­versuch vom 20. Juli 1944 festge­nommen. Die genauen Umstände und das Datum seiner Fest­nahme sind nicht bekannt. Vermut­lich gerät er aufgrund von Kon­takten zu Teil­nehme­rinnen und Teil­nehmern der Tee­­gesell­schaft bei Elisabeth von Thadden beziehungs­weise der Gesprächs­kreise im Haus von Hanna Solf ins Visier der Gestapo. Laut dem Haft­buch der Gestapo-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 wird er am 18. Oktober 1944 dort einge­liefert. Am 4. Februar 1945 wird Richard von Kühlmann aus der Haft entlassen.

Portrait: Richard von KühlmannRichard von Kühlmann