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Julius Kronheim

12. August 1871, Storchnest (Osieczna)
23. Juni 1956, Berlin (West)

Julius Kronheim wird 1871 in der Provinz Posen in eine jüdische Familie geboren. Nach dem Abitur geht er nach Berlin und gründet nach einer kauf­män­nischen Lehre 1893 eine Damen­hut­fabrik in der Berliner Wall­straße. Die Geschäfts­führung seines Unter­nehmens muss er im Juli 1938 durch die erzwun­gene „Arisie­rung” aufgeben. 

Julius Kronheim ist durch seine 1916 geschlossene Ehe mit Elise Hunger, die nicht­jüdischer Herkunft ist, zunächst vor der Depor­tation geschützt. Nach dem Tod seiner Ehefrau am 15. Juni 1944 ent­schließt er sich kurzer­hand, unter­zutau­chen und findet Auf­nahme bei Klara und Willi Wiegand in der Suarez­straße 57 in Char­lotten­burg. Im Sommer 1944 beher­bergen die NS-Gegner zudem den flüchtigen Haupt­mann Ludwig Gehre, der dem Wider­stands­kreis im Amt Aus­land/Abwehr angehört, sowie dessen Ehefrau Hanna. Nach seiner Festnahme am 8. Novem­ber 1944 gibt Gehre unter Folter die Namen seiner Helferin­nen und Helfer preis.

Am 5. Dezember wird Julius Kronheim gemein­sam mit den Ehe­leuten Wiegand fest­ge­nommen und in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 einge­liefert. Der 73-jährige Kronheim wird in den folgenden Tagen wieder­holt in der Prinz-Albrecht-Straße 8 durch Kriminal­rat Kurt Stawitzki, der die Ermitt­lungen im Fall Gehre leitet, verhört und schwer miss­handelt. Am 15. Februar 1945 wird er in das Sammel­lager Schulstraße 78 in Berlin-Wedding über­stellt und am 26. März 1945 mit dem letzten Trans­port aus Berlin nach Theresien­stadt deportiert. 

Julius Kronheim kann das Kriegsende erleben und kehrt im August 1945 nach Berlin zurück.

Portrait: Julius KronheimJulius Kronheim, nach 1945