Bartholomäus Kossmann
9. August 1952, Homburg
Bartholomäus Kossmann wächst in einer katholischen Arbeiterfamilie im Saarland auf, arbeitet als Bergmann und ist Mitglied der Zentrumspartei, die er ab 1912 im Reichstag vertritt. Als 1920 das Saargebiet dem Völkerbund unterstellt wird, setzt sich Kossmann für die Interessen der deutschen Bevölkerung gegenüber französischen Ansprüchen ein. Seit 1924 gehört er der Saarregierung an. Auch nach der Machtübernahme Hitlers tritt er für eine Rückgliederung des Saarlandes an das Deutsche Reich ein, gerät jedoch zunehmend in Widerspruch zur Politik der Nationalsozialisten.
Im Oktober 1943 lässt Jakob Kaiser bei Bartholomäus Kossmann anfragen, ob er nach einem Staatsstreich die Aufgaben eines politischen Beauftragten im Wehrkreis XII (Wiesbaden) übernehmen wolle.
Sein Name erscheint so auf den Listen der Verschwörer, die nach dem 20. Juli 1944 von der Gestapo gefunden werden. Kossmann wird am 22. Juli 1944 festgenommen, zunächst in das Gestapolager Neue Bremm und schließlich in Berlin in das Zellengefängnis Lehrter Straße eingeliefert und im KZ Ravensbrück interniert. Ende September 1945 wird er erneut in der Lehrter Straße sowie im Gefängnis Tegel inhaftiert. Der Gesundheitszustand des an Diabetes Erkrankten verschlechtert sich in der Haft drastisch.
Am 19. Januar 1945 wird er zwar vom „Volksgerichtshof“ freigesprochen, jedoch weiterhin in der Lehrter Straße festgehalten. Nach einer Intervention seiner Tochter wird der schwerkranke Bartholomäus Kossmann am 12. Februar aus der Haft entlassen.
1947 wird er in den Landtag des damals noch unter der Verwaltung eines französischen Hochkommissars stehenden Saarlandes gewählt.


















