Kurt Kosney
30. April 1984, Berlin (Ost)
Der Sohn eines Metzgers absolviert nach der Volksschule eine Ausbildung zum Mechaniker und engagiert sich gemeinsam mit seinem acht Jahre jüngeren Bruder Herbert in einer kommunistischen Jugendgruppe. 1930 wird er Mitglied im Metallarbeiterverband und 1932 der KPD.
Von 1933 bis 1938 ist er als Reisemonteur auf Wehrmachtsbaustellen, dann in Rüstungsbetrieben tätig. 1939 wird er das erste Mal von der Gestapo festgenommen und mit der Auflage entlassen, sich bei der Wehrmacht zu melden. Er ist zunächst weiter in der Rüstungsindustrie beschäftigt und wird 1942 zum Militärdienst eingezogen, nach drei Monaten jedoch wieder entlassen.
Kurt Kosney wird nach Polen versetzt, wo er mit polnischen Widerstandskämpfern und französischen Zwangsarbeitern in Kontakt kommt. Ende 1944 wird er in Neutomischel an seiner Arbeitsstelle festgenommen.
Aus dem SS-Lager in Konin kann er fliehen, reist mit der Bahn nach Berlin und hält sich dort versteckt, wird aber am 17. Februar 1945 erneut von der Gestapo aufgegriffen und am 23. Februar im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert. Mithilfe von Schuhwichsdosen baut Kurt Kosney einen Radiodetektor, mit dem die Gefangenen den Frontverlauf verfolgen können.
Am 22. April 1945 werden er und 21 andere Gestapo-Gefangenen aus der Haft entlassen. In der darauffolgenden Nacht überlebt sein Bruder Herbert als einziger die Mordaktion der SS auf dem ULAP-Gelände. Er schleppt sich schwer verletzt bis zur Wohnung von Kurt Kosney, der ihn versteckt und später in ein Lazarett bringt.
Kurt Kosney lebt bis zu seinem Tod 1984 in Berlin-Weißensee.



