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Martin Korsch

22. Juni 1882, Bartenstein (Bartoszyce)
unbekannt

Der Rechts­anwalt Martin Korsch ist Mit­glied der Deutsch­natio­nalen Volks­partei (DNVP) sowie des „Stahl­helms”. Der Familien­tra­dition folgend gehört er zudem ab 1918 der Landes­loge der Frei­maurer an und über­nimmt im Früh­jahr 1933 den Vorsitz der Toch­ter­loge „Zu den drei Goldenen Schlüs­seln”, die er auch in Rechts­streitig­keiten vertritt.  

Zuneh­mend gerät er in Konflikt mit dem Natio­nal­sozia­lis­mus. Im Januar 1935 wird Martin Korsch von der Gesta­po fest­ge­nommen und im „Haus­gefäng­nis” in der Prinz-Al­brecht-Straße, im Columbia­haus sowie im KZ Ester­wegen inhaf­tiert. Während der Haft erkrankt er schwer und wird im Juli 1935 aus der Haft ent­las­sen. 

Im Herbst 1942 ver­sucht ihn sein Schul- und Studien­kamerad Carl Goerdeler für die Bestre­bungen zum Sturz Hitlers zu gewinnen und erläutert ihm bei einem Treffen in Berlin seine Sicht der poli­tischen Lage. Nach dem gescheiterten Um­sturz­ver­such erwähnt Martin Korsch dieses Gespräch gegen­über einem Nach­barn, der ihn denun­ziert. Martin Korsch wird am 16. August von der Gesta­po fest­ge­nommen und in das KZ Sachsen­hausen ver­schleppt. Am 11. Oktober 1944 wird er in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße über­stellt. 

Wegen der Nicht­anzeige Goer­delers ange­klagt, wird er am 19. Januar 1945 vom „Volks­ge­richts­hof” frei­gespro­chen, ohne jedoch aus der Haft entlassen zu werden. Am 20. Februar wird er erneut in das KZ Sach­sen­hausen überführt, wo sich sein Gesund­heits­zustand drastisch ver­schlech­tert. Weitere Informationen zu seiner Bio­grafie sind nicht bekannt. 

Portrait: Martin KorschMartin Korsch, Juni 1944