Gustav Klimpel
11. Juni 1956, Duisburg
Gustav Klimpel wächst in einer sozialdemokratischen Arbeiterfamilie in Sachsen auf und ist nach dem Studium der Volkswirtschaft und der Staatswissenschaften als Kommunalbeamter in verschiedenen Städten tätig. Er ist Mitglied der SPD, des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold sowie der Liga für Menschenrechte und wird 1927 Oberbürgermeister von Freital in Sachsen.
Nach seiner Entlassung 1933 ist er in der freien Wirtschaft tätig, bis ihm 1937 wegen seiner antinazistischen Einstellung erneut gekündigt wird. Auf Vermittlung von Carl Goerdeler wird er in Berlin Geschäftsführer des Reichsverbandes der Kleintierzüchter.
Ab 1938 stellt Gustav Klimpel die Verbindung zwischen Carl Goerdeler und Wilhelm Leuschner her und ist an der Vorbereitung des Umsturzversuchs beteiligt. Er wird am 25. September 1944 festgenommen, in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert und während der Verhöre misshandelt.
Am 18. Januar 1945 verurteilt der „Volksgerichtshof” ihn zu einer vierjährigen Haftstrafe. Am 25. Februar 1945 wird er ins Gefängnis Tegel und Anfang April in das Strafgefängnis Nürnberg verlegt und dort am 26. Mai 1945 auf Anordnung der alliierten Militärregierung als politischer Häftling entlassen.
Gustav Klimpel kehrt nach Berlin zu seiner Familie zurück und übernimmt noch 1945 von Andreas Hermes den Posten des Stadtrates für Ernährung. Von 1946 bis zu seinem Tod 1956 wirkt er als Oberstadtdirektor in Duisburg.
Meine Vernehmung durch die Gestapo dauerte vom 25.9.44 – 5.10.44. Da ich es ablehnte, irgend einen Bekannten oder Freund zu belasten und weitere Aussagen zu machen, wurde ich während der ganzen Dauer meiner Vernehmung schwer geschlagen. Die Untersuchungshaft wurde bis zum 13.11.44 besonders verschärft. ... Der Oberreichsanwalt hatte ursprünglich die Absicht, gegen mich die Todesstrafe zu beantragen. Er musste aber seinen Antrag fallen lassen, weil ich durch mein Schweigen Belastungsmaterial nicht geliefert habe. Der Volksgerichshof verurteilte mich infolgedessen nur zu 4 Jahren Gefängnis.
Gustav Klimpel über die Verhöre durch die Gestapo und das Urteil gegen ihn, 30. Juni 1945
Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep 118-01, Nr. 4546
















