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Walter Klaus

10. Juli 1891, Angermünde
4. Oktober 1957, Berlin (Ost)

Walter Klaus kommt als Sohn des Ziga­retten­fabri­kanten Hermann Klaus und seiner Frau Emilie zur Welt, 1896 zieht die Familie nach Berlin. Ab 1905 absolviert Walter Klaus eine Werk­zeug­macher­lehre bei der AEG in der Acker­straße. 1911 wird er zum Mili­tär einge­zogen, nimmt am Ersten Welt­krieg teil und wird im Novem­ber 1918 als Kriegs­ver­letzter ent­lassen. Seit 1923 ist er Mitglied des Roten Front­kämp­fer­bunds. 

Er gehört seit Mai 1933 der Unter­bezirks­leitung Berlin-Neu­kölln der ver­bo­tenen KPD an und ver­teilt Flug­blätter zum Reichs­tags­brand­prozess. Mehrere Male wird er von der Gestapo fest­ge­nom­men, aber immer wieder auf freien Fuß gesetzt. In den Kriegs­jah­ren gehört er der betrieb­lichen Wider­stands­gruppe in der AEG Dront­heimer Straße in Ber­lin-Wedding um Richard Weller an und wirbt unter anderem Alois Splane­mann für die Mit­arbeit. 

Am 26. Februar 1945 wird er am Arbeits­platz fest­ge­nom­men und in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 ein­ge­liefert. Bei dem anschlie­ßenden Pro­zess vor dem Kammer­gericht wird er am 24. März 1945 wegen „Hoch­verrats, Feind­be­güns­tigung und kommu­nis­tischer Gruppen­bildung” zu sechs Jahren Zucht­haus verur­teilt. Am selben Tag wird er ins Gefäng­nis Alt-Moabit und von dort in das Straf­gefang­enen­lager Griebo an der Elbe über­führt. 

Am 25. April 1945 werden die Insassen des Zucht­haus­lagers wegen des Vor­mar­sches sowjetischer Truppen vom deut­schen Kom­man­danten ent­lassen.

Ich war mit [Walter] Klaus zusammen in der AEG, Dront­heimer­strasse, beschäf­tigt. ... Da wir kons­pirativ arbei­teten, erfuhr ich erst um die Mitte des Jahres 1944, dass K. in der Wider­stands­gruppe tätig war. ... Die Wider­stands­gruppe arbeitete eng mit den sowje­tischen Zwangs­arbeitern, die in unserem Betrieb beschäf­tigt und in der See­straße unter­gebracht waren, zusammen. 70% der Ange­klagten wurden hinge­richtet.

Heinrich Leistikow über Walter Klaus und die Betriebsgruppe der AEG Drontheimer Straße, 26. Januar 1951

Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep 118-01 Nr. 3466

Portrait: Walter KlausWalter Klaus, um 1945