Wladimir Baron von Kaulbars
1954 verschollen, UdSSR
Wladimir von Kaulbars kommt als Sohn eines Obersten des Leibgarde-Ulanen-Regiments der kaiserlich-russischen Armee zur Welt. Er selbst tritt ebenfalls in das Leibgarde-Ulanen-Regiment ein und nimmt am Ersten Weltkrieg teil. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Georg flieht er nach dem Bürgerkrieg aus Russland und lässt sich 1920 in Berlin nieder, wo er vor allem in der Reiseverkehrsbranche tätig ist. Er lernt Wilhelm Canaris kennen, dem er nicht nur Russischunterricht erteilt, sondern auch als Berater in russlandpolitischen Fragen zur Seite steht.
Im Juni 1941 wird Kaulbars als Dolmetscher und Berater für die mit der Nachrichtenbeschaffung über die Sowjetunion befassten Referate im Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht verpflichtet. In seinen Berichten übt er zunehmend Kritik an der deutschen Kriegsführung in der Sowjetunion.
Nach der Festnahme von Wilhelm Canaris am 23. Juli 1944 wird am 26. Juli auch Kaulbars in Haft genommen und in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert, wo er einer strengen Einzelhaft unterliegt. Am 20. Februar 1945 wird er in das KZ Sachsenhausen überstellt. Anfang Mai 1945 wird Kaulbars in der Nähe von Schwerin von US-Truppen befreit.
Wladimir von Kaulbars kehrt Anfang Juni 1945 nach Berlin zurück und wird am 10. Oktober 1945 von der sowjetischen Geheimpolizei in die Sowjetunion verschleppt. Dort kommt er 1954 wahrscheinlich in einem sibirischen Bergwerk ums Leben.


