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Wladimir Baron von Kaulbars

18. Februar 1894, Gut Mölders bei Wesenburg (Rakvere)
1954 verschollen, UdSSR

Wladimir von Kaul­bars kommt als Sohn eines Obers­ten des Leib­garde-Ulanen-Regi­ments der kaiser­lich­-russischen Armee zur Welt. Er selbst tritt eben­falls in das Leib­gar­de-Ulanen-Regi­ment ein und nimmt am Ers­ten Welt­krieg teil. Gemein­sam mit seinem jüngeren Bruder Georg flieht er nach dem Bürger­krieg aus Russ­land und lässt sich 1920 in Berlin nieder, wo er vor allem in der Reise­ver­kehrs­bran­che tätig ist. Er lernt Wilhelm Canaris kennen, dem er nicht nur Russisch­unter­richt erteilt, son­dern auch als Berater in russ­land­politi­schen Fra­gen zur Seite steht. 

Im Juni 1941 wird Kaul­bars als Dol­metscher und Be­rater für die mit der Nach­rich­tenbe­schaf­fung über die Sow­jet­union befassten Referate im Amt Aus­land/Ab­wehr des Ober­kom­man­dos der Wehr­macht ver­pflich­tet. In seinen Berich­ten übt er zuneh­mend Kritik an der deut­schen Kriegs­führung in der Sowjet­union. 

Nach der Fest­nahme von Wil­helm Canaris am 23. Juli 1944 wird am 26. Juli auch Kaul­bars in Haft genom­men und in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­ge­fäng­nisses Lehrter Straße 3 ein­ge­liefert, wo er einer strengen Einzel­haft unter­liegt. Am 20. Februar 1945 wird er in das KZ Sachsen­hausen über­stellt. Anfang Mai 1945 wird Kaul­bars in der Nähe von Schwerin von US-Truppen befreit. 

Wladimir von Kaul­bars kehrt Anfang Juni 1945 nach Berlin zurück und wird am 10. Okto­ber 1945 von der sowje­tischen Geheim­poli­zei in die Sowjet­union ver­schleppt. Dort kommt er 1954 wahr­schein­lich in einem sibi­rischen Berg­werk ums Leben.

Portrait: Wladimir Baron von KaulbarsWladimir von Kaul­bars, um 1945