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Gustav Kaufmann

3. Dezember 1888, Braunschweig
7. Februar 1972

Gustav Kauf­mann absol­viert eine Schlosser­lehre in der Maschi­nen­bau­anstalt G. Luther in Braun­schweig, gründet dort eine Arbeiter­jugend­vereini­gung, die er bis 1907 leitet, und ist Mit­glied der SPD und des Metall­arbei­ter­ver­bandes. Ab 1912 arbeitet er in London. 1915 wird er als Zivil­gefan­gener inter­niert und erst im März 1919 wieder nach Deutsch­land ent­lassen. 

Seit 1919 ist Gustav Kauf­mann in der AEG-Tur­binen­fabrik in Berlin-Moabit tätig und enga­giert sich im dortigen Betriebs­rat. 1932 zieht er sich ins Privat­leben zurück. Während der NS-Zeit hält weiter­hin seine früheren poli­tischen Kontakte aufrecht und stellt in der Turbinen­fabrik unter anderem Verbin­dungen zwischen früheren SPD- und KPD-Mitglie­dern her.    

Am 20. Februar 1945 wird Gustav Kauf­mann fest­genom­men und in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 einge­liefert. Am 21. März 1945 verurteilt das Berliner Kammer­gericht ihn zu drei Jahren Haft, Wilhelm Leist und fünf weitere Kollegen erhalten Todesstrafen.   

Am 28. April 1945 wird Gustav Kaufmann aus der Haft ent­lassen und beginnt nach dem Krieg im Amt für Wieder­aufbau zu arbeiten. 

Anfang Juli 1945 wird Gustav Kauf­mann von ehe­maligen Kolle­gen zurück nach Berlin geholt und zum Leiter der AEG-Tur­binen­fabrik ernannt, die er bis Ende 1949 führt. Er ist Mit­glied der SED und ab 1950 in ver­schie­denen Partei­ämtern auf Kommunal­ebene tätig.

Portrait: Gustav KaufmannGustav Kaufmann, um 1946