Gustav Kaufmann
7. Februar 1972
Gustav Kaufmann absolviert eine Schlosserlehre in der Maschinenbauanstalt G. Luther in Braunschweig, gründet dort eine Arbeiterjugendvereinigung, die er bis 1907 leitet, und ist Mitglied der SPD und des Metallarbeiterverbandes. Ab 1912 arbeitet er in London. 1915 wird er als Zivilgefangener interniert und erst im März 1919 wieder nach Deutschland entlassen.
Seit 1919 ist Gustav Kaufmann in der AEG-Turbinenfabrik in Berlin-Moabit tätig und engagiert sich im dortigen Betriebsrat. 1932 zieht er sich ins Privatleben zurück. Während der NS-Zeit hält weiterhin seine früheren politischen Kontakte aufrecht und stellt in der Turbinenfabrik unter anderem Verbindungen zwischen früheren SPD- und KPD-Mitgliedern her.
Am 20. Februar 1945 wird Gustav Kaufmann festgenommen und in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert. Am 21. März 1945 verurteilt das Berliner Kammergericht ihn zu drei Jahren Haft, Wilhelm Leist und fünf weitere Kollegen erhalten Todesstrafen.
Am 28. April 1945 wird Gustav Kaufmann aus der Haft entlassen und beginnt nach dem Krieg im Amt für Wiederaufbau zu arbeiten.
Anfang Juli 1945 wird Gustav Kaufmann von ehemaligen Kollegen zurück nach Berlin geholt und zum Leiter der AEG-Turbinenfabrik ernannt, die er bis Ende 1949 führt. Er ist Mitglied der SED und ab 1950 in verschiedenen Parteiämtern auf Kommunalebene tätig.


