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Imrich Karvaš

25. Februar 1903, Varšany (Kalinçiakovo)
22. Februar 1981, Bratislava

Der Wirt­schafts­jurist Imrich Karvaš wird 1930 Sekretär des Ver­ban­des slowa­kischer Banken und lehrt an der Juris­tischen Fakultät der Uni­versi­tät Bratislava. Er gehört zu den Mit­be­gründern des natio­nalen Wirt­schafts­instituts der Slowakei und Ruthenien und wird 1932 dessen General­sekretär. 1938/1939 gehört er der tschecho­slowa­kischen Regierung als Minister für Indus­trie, Handel und Gewerbe an. 

Nach der Gründung der Ersten Slowa­kischen Republik im März 1939 wird er Gouver­neur der National­bank und 1942 Vorsit­zender der obersten Ver­sorgungs­behörde. 1943 schließt er sich dem slowa­kischen Wider­stand an und steht in Verbin­dung mit dem Slowa­kischen National­rat, dem politischen Zentrum des im August 1944 beginnenden Slowa­kischen National­aufstands. 

Imrich Karvaš unter­stützt die Vorbe­rei­tungen des Auf­stands in finan­zieller Hinsicht und stellt Getreide­vorräte und Brenn­stoffe zur Verfügung. Am 3. September 1944 wird er fest­ge­nommen und über Wien und Brno nach Berlin gebracht, wo er am 5. Januar 1945 in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 ein­ge­liefert wird. 

Am 23. Februar wird er in die Prinz-Albrecht-Straße 8 über­stellt. In den folgenden Wochen beginnt für ihn und weitere weiteren Sippen- und Son­der­häft­linge eine Odyssee durch ver­schiedene Konzen­trations­lager und Haft­anstalten, die mit der Befreiung Ende April 1945 in Tirol endet. 

Nach der Rück­kehr nach Bratislava nimmt er zunächst seine Lehr­tätigkeit wieder auf. 1949 wird er von den kommu­nistischen Macht­habern des Landes­verrats beschul­digt und zu zwei Jahren Haft, 1958 dann wegen Spionage und Hoch­verrats zu weiteren 17 Jahren Gefängnis ver­urteilt. 1969 wird Imrich Karvaš reha­bilitiert.

Zum Frühstück gab es tagtäglich deutschen Tee (nur Gott weiß, woraus der gemacht wurde) mit einem trockenen Stück Brot. Zum Mittag­essen hatten wir zweimal wöchentlich Kaffee mit Brot, zwei mal, meistens schon ungenießbare, Mehl­speisen (Macaroni, Spaghetti und ähnliches) und dreimal wöchentlich Kartoffeln, manchmal mit Schale, manch­mal geschält und oft nicht fertig gekocht, mit z.B. Gulasch aus der Dose; wenn einer Glück hatte, konnte er in der Sauce auch kleine Fleischfetzen finden. Zum Abendessen gab es drei mal wöchentlich 'schwarzen Kaffee', natürlich Ersatz, mit einem Stück Brot, welches auch Margarine 'gesehen' hatte, zweimal gab es Kartoffeln ohne Sauce mit Brot, einmal Mehlspeisen, und Sonntags war das Abend­essen ausgiebiger, und das waren 50g Salami, welche oft schon stanken, Brot, welches Margarine 'gesehen' hatte und deutschen Tee. Das wiederholte sich wöchentlich mit kleinen Abwechslungen, welche keine Ver­besserung bedeuteten. In zwei Monaten nahm ich 30kg ab, mein Masse reduzierte sich auf 50kg.

Imrich Karvaš über die Ernährung während der Haft im Zellengefängnis

Quelle: Imrich Karvaš, Moje pamäti. V pazuroch Gestapa, Bratislava 1994.

Portrait: Imrich KarvašImrich Karvaš, um 1942