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Ludwig Kaiser

23. März 1889, Wiesbaden
28. September 1978, Kassel

Ludwig Kaiser absol­viert ein Studium der Rechts­wissen­schaften und etabliert sich gleich­zeitig als Pianist. 1913 heiratet er Anna Reimer, aus der Ehe gehen vier Töchter hervor. Im Dezem­ber 1914 meldet er sich als Kriegs­frei­willi­ger und wird als Kriegs­gerichts­rat ein­gesetzt. 1920 wird er Regie­rungs­rat beim Kasseler Finanz­amt. Weiter­hin betätigt er sich als Pianist und organi­siert in Kassel diverse Musik­feste. 

Ludwig Kaiser hat bereits seit Anfang der 1930er Jahre, als die NSDAP in Kassel an Bedeu­tung gewinnt, Kon­flikte mit Partei­funk­tionären. Im Juni 1933 scheidet er aus dem Staats­dienst aus und tritt in die Geschäfts­leitung des Elektro­zweck­ver­bandes Mittel­deutsch­land ein, wird aber nach dessen Gleich­schal­tung 1937 zum Justitiar degra­diert. 

Im Septem­ber 1939 wird er als Ober­kriegs­gerichts­rat d. R. einbe­rufen und 1940 zur Heeres­rechts­abteilung des Ober­komman­dos des Heeres in Berlin ver­setzt. Durch seinen Bruder Hermann Kaiser kommt er 1942 in Kontakt mit Carl Goerdeler und unter­stützt den geplanten Um­sturz­versuch. 

Ludwig Kaiser wird einen Tag nach dem geschei­terten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 in Kassel fest­ge­nommen und am 3. August in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 über­führt, wo auch sein Bruder inhaf­tiert ist. Ende 1944 wird er in die Fes­tung Küstrin verlegt, ohne dass es zu einer Anklage­erhe­bung vor dem „Volks­ge­richts­hof” kommt. Auf­grund des Kriegs­verlaufs wird er seit Früh­jahr 1945 mehr­fach in verschie­dene Haft­anstal­ten ver­legt und am 19. April 1945 von fran­zö­sischen Truppen befreit. 

Nach 1945 ist Ludwig Kaiser als Rechts­anwalt in Kassel tätig. Auch seine Karriere als Pianist kann er bis 1956 fort­set­zen.

Portrait: Ludwig KaiserLudwig Kaiser, 1945