Horst Kaiser
13. Juni 1949, Berlin (West)
Horst Kaiser wechselt nach einer Landwirtschaftslehre und der Verwaltertätigkeit auf verschiedenen sächsischen Gütern in die Gastronomie und eröffnet 1932 ein Kaffeehaus in Osnabrück. 1939 geht er nach Berlin und leitet das bei Künstlern und Schriftstellern beliebte Café Leon am Kurfürstendamm. 1942 wird er zur Wehrmacht eingezogen und 1943 zum Gleiskettenlager in der Berliner Wollankstraße kommandiert, dessen Leitung Otto Gimmler inne hat.
Im Mai 1943 wird Horst Kaiser von einem Feldkriegsgericht wegen „Gehorsamsverweigerung” zu vier Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Rückkehr zum Gleiskettenlager entwickelt sich ein privater Kontakt zwischen ihm und Otto Gimmler. Auf dessen Bitten beherbergt Horst Kaiser im Oktober 1944 den zum Widerstandskreis im Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht gehörenden und seit März 1944 flüchtigen Hauptmann Ludwig Gehre und dessen Frau Hanna. Er hat jedoch keine Kenntnis von der wirklichen Identität Gehres.
Nach der Festnahme Gehres wird am 11. November 1944 auch Horst Kaiser festgenommen und in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert. Nach wiederholten Verhören durch die Gestapo wird er am 18. Januar 1945 aus der Haft entlassen.


