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Sydney Jessen

24. April 1892, Hamburg
30. Juni 1965, Waldshut

Sydney Jessen, Sohn eines Medi­ziners und seiner aus Aus­tra­lien stam­menden Frau, tritt 1911 in die Kai­serliche Marine ein und gerät nach der Ver­sen­kung der „Gnei­senau” 1914 in bri­tische Kriegs­gefan­gen­schaft. 1919 als Ober­leut­nant zur See ver­ab­schie­det, pro­mo­viert er 1923 in Berlin zum Dr. rer. pol. und ist als Privat­sekre­tär des Reichs­tags­abge­ord­neten Otto Fürst von Bis­marck tätig. 1930 über­nimmt er in Laufen/Baden ein Wein­gut der Familie seiner Frau Helene Gräfin von Zeppelin und grün­det eine Winzer­genos­sen­schaft. 1934 muss er alle öffent­lichen Tätig­keiten auf­geben. 

Ab 1939 dient Sydney Jessen als Kapitän­leut­nant im Ober­kom­mando der Kriegs­marine (OKM) in der Nach­rich­ten­ab­tei­lung. 1943 erfährt er von Ber­thold von Stauffen­berg und Alfred Kranz­felder von den Um­sturz­pla­nungen. Die Kon­trolle über den Nach­rich­ten­apparat des OKM zu erlangen, scheidet wegen der Un­zahl selbst­stän­diger Dienst­stellen aus.  

Mitte Juli 1944 erfährt Jessen über Alexan­der Anton Graf von Wels­burg von dem un­mittel­bar bevor­ste­hen­den Atten­tat und ist selbst am Um­sturz­ver­suchs nicht betei­ligt. Er wird jedoch durch eine Denun­ziation des Defätis­mus beschul­digt.   

Sydney Jessen wird am 28. Juli 1944 fest­ge­nom­men, am 6. August in das Zellen­ge­fäng­nis Lehrter Straße 3 ein­gelie­fert und Ende August 1944 aus der Kriegs­marine aus­ge­stoßen. Zu seiner im April 1945 geplan­ten Abur­tei­lung durch den „Volks­ge­richts­hof” kommt es kriegs­bedingt nicht mehr und er wird am 25. April 1945 aus der Haft ent­lassen.