Johann Nielsen Jebsen
Februar 1945, KZ Sachsenhausen
Johann Nielsen Jebsen wird 1917 in Hamburg geboren, seine Eltern stammen aus Dänemark und haben ihre Reederei Jebsen & Jessen nach Deutschland verlegt. Er studiert in Freiburg Nationalökonomie und ist dem NS-Regime gegenüber kritisch eingestellt.
1940 stellt er sich dem Militärgeheimdienst zur Verfügung und wird als Angehöriger des Amts Ausland/Abwehr in Lissabon stationiert. 1943 lässt er sich wie sein Freund Dušan Popov zusätzlich vom britischen Nachrichtendienst MI5 rekrutieren. Unter anderem sind beide an einer Desinformationskampagne gegenüber NS-Deutschland über die Landung der westlichen Alliierten in der Normandie beteiligt.
Am 29. April 1944 wird Johann Nielsen Jebsen von Gestapobeamten von Lissabon über Frankreich nach Berlin entführt und während der Verhöre im „Hausgefängnis” der Gestapo schwer misshandelt. Weil er auch für hohe Funktionäre des SD Devisengeschäfte durchgeführt hat, ist er im Besitz von belastendem Material. Seine Tätigkeit für den MI5, der er nach Abgabe widersprüchlicher Berichte auch verdächtigt wird, gibt er nicht preis.
Im Juli 1944 wird Johann Nielsen Jebsen in das Konzentrationslager Sachsenhausen überführt. Am 25. Januar 1945 wird er in das Zellengefängnis Lehrter Straße eingeliefert, am 3. Februar 1945 wieder zurück in das „Hausgefängnis” und von dort wieder in das KZ Sachsenhausen.
Ein Überlebender sagt aus, dass Jebsen im Februar 1945 erneut nach Berlin zu einem Verhör gebracht werden sollte. Wahrscheinlich wird Johann Nielsen Jebsen von der Gestapo ermordet. Am 17. Februar 1950 wird er offiziell für tot erklärt.




