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Johann Nielsen Jebsen

22. Juni 1917, Hamburg
Februar 1945, KZ Sachsenhausen

Johann Nielsen Jebsen wird 1917 in Ham­burg geboren, seine Eltern stammen aus Däne­mark und haben ihre Ree­derei Jebsen & Jessen nach Deutschland verlegt. Er studiert in Freiburg National­ökono­mie und ist dem NS-Regime gegen­über kri­tisch einge­stellt.  

1940 stellt er sich dem Mili­tär­geheim­dienst zur Verfü­gung und wird als Ange­höriger des Amts Aus­land/Abwehr in Lissa­bon statio­niert. 1943 lässt er sich wie sein Freund Dušan Popov zusätz­lich vom britischen Nach­richten­dienst MI5 rekru­tieren. Unter anderem sind beide an einer Des­infor­mations­kampagne gegen­über NS-Deutsch­land über die Lan­dung der west­lichen Alliierten in der Norman­die beteiligt. 

Am 29. April 1944 wird Johann Nielsen Jebsen von Gestapo­beamten von Lissabon über Frank­reich nach Berlin ent­führt und während der Ver­höre im „Haus­gefängnis” der Gestapo schwer miss­handelt. Weil er auch für hohe Funk­tionäre des SD Devisen­geschäfte durch­geführt hat, ist er im Besitz von belas­tendem Material. Seine Tätig­keit für den MI5, der er nach Abgabe wider­sprüch­licher Berichte auch ver­däch­tigt wird, gibt er nicht preis.  

Im Juli 1944 wird Johann Nielsen Jebsen in das Kon­zen­trations­lager Sach­sen­hausen über­führt. Am 25. Januar 1945 wird er in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße einge­liefert, am 3. Februar 1945 wieder zurück in das „Haus­gefängnis” und von dort wieder in das KZ Sach­sen­hausen. 

Ein Über­lebender sagt aus, dass Jebsen im Februar 1945 erneut nach Berlin zu einem Ver­hör gebracht werden sollte. Wahr­schein­lich wird Johann Nielsen Jebsen von der Gestapo ermor­det. Am 17. Februar 1950 wird er offiziell für tot erklärt.    

Portrait: Johann Nielsen JebsenJohann Nielsen Jebsen, um 1937