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Krafft Werner Wilhelm Jaeger

6. Juli 1919, Stuttgart
13. März 2008, Bad Friedrichshall

Krafft Werner Wilhelm Jaeger kommt als Sohn von Friedrich Jaeger und seiner Frau Marie Elisabeth, geborene Schlee-Pascha, zur Welt. Nach dem Reichs­arbeitsdienst wird er zur Wehr­macht eingezogen, nimmt am Frankreich- und Russland­feldzug teil und wird nach einer Verwun­dung 1942 zum Wach­bataillon „Groß­deutschland” in Berlin eingezogen. 

Anlässlich der Bei­setzung seiner Mutter im Februar 1942 trifft er seinen Vater in Berlin, der ihm über seine Kon­takte zum Wider­stand berichtet und auf die Unter­stützung des Sohnes als Ordonanz­offizier des Wach­bataillons hofft. Als Krafft Werner Wilhelm Jaeger 1943 an die Front versetzt wird, zieht er einen befreun­deten Ober­leutnant ins Vertrauen, der ihn je­doch denunziert. 

Krafft Werner Wilhelm Jaeger wird fest­genommen, letztlich vom Reichs­kriegsgericht jedoch mangels Beweisen frei­gesprochen und an die Front zurück­versetzt. Nach dem Scheitern des Umsturz­versuchs wird er am 1. August 1944 in Italien fest­genommen und zunächst in das „Hausgefängnis” der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße 8 gebracht, wo sich auch sein Vater in Haft befindet. Am 13. August wird er in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 verlegt. 

Während sein Vater am 21. August vom „Volks­gerichtshof” zum Tode verurteilt und noch am selben Tag in Berlin-Plötzensee ermordet wird, wird Krafft Werner Wilhelm Jaeger am 20. Februar 1945 in das Konzentrations­lager Sachsen­hausen überstellt. Mit der Räu­mung des Lagers muss er sich dem „Evakuierungs­marsch” der Häftlinge an­schließen und gerät in der Nähe von Schwerin in US-amerikanische, später in britische Kriegs­gefangen­schaft. 

Nach Kriegs­ende arbeitet er als Gra­fiker sowie als selbst­ständiger Unternehmer.

Ich habe eine offene Zelle, als so etwas wie ein Kalfaktor, fege die Gänge und kann dabei für die Häftlinge gesprochene Botschaften übermitteln, das ist hilfreich bei den Aussagen in den Vernehmungen.

Krafft Werner Wilhelm Jaeger in seinen Hafterinnerungen

Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Portrait: Krafft Werner Wilhelm JaegerKrafft Werner Wilhelm Jaeger